Blackberry Passport: Flaggschiff mit quadratischem Display

24. September 2014, 16:48
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Starke Hardware - breiter Bildschirm, Tastatur und übergreifendes Arbeiten mit "Blend" sollen Businessalltag erleichtern

Der kanadische IT-Konzern Blackberry hat am Mittwochnachmittag (MEZ) in Toronto sein neues Smartphone-Flaggschiff, genannt "Passport", präsentiert. Dieses bringt die neue Version 10.3 des Blackberry OS-Systems mit und soll mit einem ungewöhnlichen Formfaktor überzeugen.

30 Prozent der Smartphone-User bevorzugen Keyboards, lange Akkulaufzeit und viel Platz am Display, erklärte Chen die Vorzüge des beinahe quadratischen Geräts, dessen unteres Drittel mit einer physischen Tastatur belegt ist. Als Werbeträger bei der Präsentation des Gerätes fungierte der kanadische Eishockey-Altstar Wayne Gretzky.

Quadratisches 4,5-Zoll-Display

Der Bildschirm des Passport ist in der Tat quadratisch und bietet eine 4,5-Zoll-Diagonale bei einer Auflösung von 1.440 x 1.440 Pixel (453 PPI). Blackberry betont die Vorzüge des Formats beim Arbeiten und weist darauf hin, dass das Gerät im Vergleich zum Apple iPhone 6 oder Samsung Galaxy S5 wesentlich mehr Zeichen pro Zeile beim Lesen von Dokumenten anzeigen würde. Daher bliebe die Übersicht besser gewahrt, ohne aus dem Text hinauszoomen zu müssen. Ebenso sollen Aufgaben wie die Bearbeitung von Tabellenkalulationen leichter von der Hand gehen.

Hardware-Tastatur mit Software-Features

Zur Eingabe von Text setzt Blackberry auf eine Kombination aus Hard- und Software. Die Tastatur, die als "touch-enabled" beschrieben wird, bietet normale, physikalische Tasten. Direkt darüber blendet das System am Touchscreen Vervollständigungs- und Wortvorschläge ein. Dazu lässt sich das Keyboard außerdem zum Scrollen und Auswählen von Textstellen verwenden.

30 Stunden Nutzungszeit

Das Passport soll Anrufe besonders klar transportieren und bei der Nutzung als Freisprechanlage mit einem besonders starken Lautsprecher punkten. Üppig bemessen ist der Akku, dessen Kapazität mit 3.450 mAh angegeben wird. Bis zu 30 Stunden Nutzung oder 23 Stunden Sprechzeit (UMTS) sollen damit möglich sein. Ins Internet kommt das Gerät per WLAN (802.ac Dualband) oder via LTE mit maximal 150 mbit/s. Hinzu gesellen sich übliche Features wie GPS, NFC und Bluetooth 4.0 LE.

Flotte Hardware

Auch bei der restlichen Hardware geizt Blackberry nicht. Als Grundlage fungiert eine Snapdragon-800 Quadcore-CPU, die mit 2,2 GHz taktet und auf drei GB Arbeitsspeicher zugreifen kann. Der interne Speicher fasst 32 GB, eine Erweiterung per microSD-Karte ist möglich. Verpackt ist die Technik in ein 128 x 90,1 x 9,3 Millimeter großes Kunststoff-Gehäuse mit Rahmen aus rostfreiem Stahl.

Die rückseitige Kamera liefert eine Auflösung von 13,1 Megapixel, ein F/2.0-Objektiv und verfügt über optische Bildstabilisierung. Letzteres soll sich vor allem durch schärfere Bilder in Situationen mit wenig Licht bemerkbar machen. Sie beherrscht 1080p-Aufnahmen bei 60 Bildern pro Sekunde. Die Frontkamera arbeitet mit fixem Fokus und löst mit zwei Megapixel auf.

Blackberry OS 10.3

Blackberry OS 10.3 präsentiert sich visuell etwas aufgefrischt und mit einigen Neuerungen und erweiterten Standard-Apps. Der sprachgesteuerte "Assistant" ist Blackberrys Alternative zu Siri und Google Now. Er versteht natürliche Sprachkommandos, soll bei Suchanfragen relevante Webquellen anzapfen und ohne VPN-Verbindung sicher auf eigene Daten auf dem Computer zugreifen lassen..

Blend

Blend ermöglicht es Nutzern damit, auf mehreren Geräten gleichzeitig eine geschützte Arbeitsumgebung zu nutzen. Verfügbar ist Blend auch für Windows, iOS, Mac OS und Android, zudem können damit von PCs und Notebooks auch SMS und BBM-Nachrichten gesendet und empfangen und andere Funktionen verwendet werden. Dabei werden native Funktionen der anderen Systeme genutzt, SMS tauchen etwa als reguläre Notifications in Android auf.

Blackberry betont, dass dabei keine Daten in der Cloud gespeichert oder vom Smartphone permanent auf andere Geräte kopiert werden. Die Funktion ähnelt, so die Einschätzung von Techcrunch, Apples "Continuity"-Feature. Kappt man die Verbindung von seinem Blackberry zur Blend-Umgebung, werden die Daten von allen anderen Geräten gelöscht. Systemadministratoren verspricht man einfache Rechteverwaltung beim Einsatz in Unternehmen.

Zugang zu Android-Apps via Amazon

Mit dabei ist auch der Blackberry Hub, der als Kommunikationszentrum eine Übersicht über eingehende Nachrichten und soziale Netzwerke schaffen soll.

Erweitert hat man außerdem den Zugang zur Android-Welt. Der Play Store von Google ist zwar nicht enthalten, da von Google hierfür ein Android-Betriebssystem vorausgesetzt wird, jedoch kann man mit Blackberry OS 10.3 - neben Blackberrys eigenem Angebot - nun auf den Amazon Appstore zugreifen.

Baldiger Marktstart in Deutschland

Blackberry Passport wird in Deutschland schon in den nächsten Tagen als Vertragsgerät beim Mobilfunker Vodafone verfügbar werden. Ohne SIM-Lock wird das Gerät für 600 Euro verkauft. Das Gerät richtet sich vor allem an Publikum aus dem Geschäftsumfeld.

Insgesamt erreichen dieses Jahr vier neue Blackberry-Handys den Markt. Bereits vorgestellt wurde ein Designsmartphone in Kollaboration mit Porsche und eine Neuauflage des Blackberry Classic. Im Laufe des Mittwochs soll das Smartphone außerdem auch bei Amazon und ShopBlackberry in die Vorbestellphase starten. Über einen Marktstart in Österreich ist noch nichts bekannt. (Georg Pichler, derStandard.at, 24.09.2014)

  • John Chen präsentiert das Blackberry Passport.
    foto: reuters

    John Chen präsentiert das Blackberry Passport.

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