Auch Versandhäuser sollen Elektrogeräte entsorgen

24. September 2014, 16:40
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Neue Altgeräte-Richtlinie und neuer Schulkoffer

Wien - Der Elektrohandel ist durchaus zufrieden: Mit der Umsetzung der EU-Elektroaltgeräte-Richtlinie wird es künftig möglich sein, dass auch ausländische Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten zur Rücknahme beziehungsweise Finanzierung der Sammlung und Verwertung von Altgeräten verpflichtet werden können. Vor allem aber gebe es künftig auch eine Verpflichtung ausländischer Versandhändler, einen Bevollmächtigten in Österreich für die Sammlung und Verwertung von Altgeräten zu bestellen, berichtete Reinhard Mang vom "Ministerium für ein lebenswertes Österreich" am Mittwoch in Wien.

"Wir kämpfen schon lange dagegen an, dass Versandhäuser vieles nicht zahlen", erklärt Wolfgang Krejcik als Vertreter des Elektrohandels: "Wenn ein derartiges Versandhausgerät etwa bei der MA 48 abgegeben wird, zahlen bisher trotzdem die Händler die Dienstleistungen."

Freier Zugang zu Altgeräten

Eine weitere Neuerung: ReUse-Betrieben – wie beispielsweise dem Wiener Reparatur- und Service-Zentrum (R.U.S.Z.) – soll auf Basis von Vereinbarungen mit den Sammelstellen der freie Zugang zu wiederverwertbaren Altgeräten ermöglicht werden.

Die österreichische Sammelquote ist übrigens europaweit vorbildlich: Pro Mann und Nase und Jahr werden derzeit rund neun Kilo an Altgeräten bei den Sammelstellen abgegeben. Damit sind die 45 Prozent der jährlich verkauften Geräte, die laut EU-Richtlinie ab 2016 als Altgeräte wieder gesammelt werden müssen bereits locker erreicht. Bis 2019 wird dieser Wert aber auf bis zu 85 Prozent noch hinaufgesetzt. "Das heißt, dass auch wir uns nicht auf unseren guten Sammelzahlen ausruhen können", erklärt die Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte-Koordinierungsstelle Elisabeth Giehser.

Neuer Schulkoffer

Um möglichst früh ein Bewusstsein für die wertvollen Stoffe in Elektrogeräten zu schaffen, präsentierte Giehser am Mittwoch einen neuen Schulkoffer mit Unterrichtsmaterialien - vom zerlegten Handy über geschredderte Rohstoffe bis hin zu den verwendeten Mineralien. Die ersten 100 Schulkoffer, die gemeinsam mit dem Umweltdachverband entwickelt und mit Unterstützung des D.R.Z. (Demontage- und Recycling-Zentrum Wien) produziert wurden, gehen nun an die Abfallberater der jeweiligen Bundesländer. Koffer und Vermittlung können dann über die Abfallberater angefordert werden. (frei, DER STANDARD, 24.9.2014)

  • Im Elektro- und Elektronikschrott schlummern wertvolle Rohstoffe. Die Sammelquoten müssen künftig noch deutlich erhöht werden.
    foto: heribert corn

    Im Elektro- und Elektronikschrott schlummern wertvolle Rohstoffe. Die Sammelquoten müssen künftig noch deutlich erhöht werden.

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