AMD-Forscher: Fotorealistische Games in fünf Jahren möglich

24. September 2014, 14:21
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In bestimmten Szenarien - Experte sieht rasanten Fortschritt in der Grafiktechnologie

Eine Spielewelt erschaffen, die für den Betrachter nicht mehr als künstliche Kreation erkennbar ist – dieser Traum wird in der Spielebranche schon länger verfolgt. Die Erreichung dieses Ziels macht spätestens seit der Erfindung der 3D-Beschleuniger deutliche Fortschritte. So manches Landschaftspanorama aus virtuellen Gefilden könnte man, solange es sich um ein unbewegtes Bild handelt, auf den ersten Blick mittlerweile für ein Foto halten.

Fehler im Detail

Problematischer wird es, wenn es um Details geht. Um die Rechner nicht zu überfordern, zeigen sich bei großer Nähe zu verschiedenen Objekten schnell Risse im Trugbild. Texturen verschwimmen und die Nachbildung von fein strukturierten Oberflächen, etwa der menschlichen Haut, ist oft noch nicht überzeugend.

Hoffnung macht nun Spielewissenschaftler Richard Huddy, der beim Chiphersteller AMD tätig ist und PCR-Online ein Interview gegeben hat.

Mantle und Freesync

AMD, das einst den Grafikkarten-Produzenten ATI geschluckt hat, wolle in dessen Industrie an die Spitze gelangen. Seit Jahren rittert man im Kampf um die Gunst der Spieler gegen den großen Konkurrenten Nvidia an.

Als Trumpf im Ärmel hat man dabei Mantle, eine neue Grafikschnittstelle. Ihr Debüt soll sie noch heuer mit ersten Spielen geben, die sie unterstützen. Sie ist eine Alternative zum etablierten DirectX-Standard, dazu schickt man 2015 auch die eigene Freesync-Technologie zur monitorseitigen Vermeidung von Bildverzerrungen gegen Nvidias lizenzpflichtiges G-Sync ins Feld.

Prognose

"Wir sind an einem Punkt angelagt, an dem die Grafik auf Highend-Rechnern schon beeindruckend nahe am Fotorealismus ist", sagt Huddy. Die Spiele könnten einen zwar noch nicht "die ganze Zeit hereinlegen", der Fortschritt im Vergleich zum Stand vor vier Jahren sei aber erstaunlich. "In fünf Jahren", prognostiziert der Experte, "werden wir in der Lage sein, Spiele zu machen, die in bestimmten Szenarien fotorealistisch sind."

Viel erhofft man sich bei AMD auch von Virtual Reality. Huddy schätzt allerdings, dass VR-Systeme zumindest Full-HD- oder 2K-Auflösung pro Auge bieten müssen, um "großartig" zu sein. (gpi, derStandard.at, 24.09.2014)

  • Wohin der Zug fährt, bewies Spielepublisher Activision mit einer beeindruckenden Demonstration von der Darstellung menschlicher Gesichter.
    foto: activision

    Wohin der Zug fährt, bewies Spielepublisher Activision mit einer beeindruckenden Demonstration von der Darstellung menschlicher Gesichter.

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