Letztens an der Stromtankstelle: Von Steckern, Kilowatt und Zeitvertreib

Userartikel25. September 2014, 09:58
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Rafael Kopper lenkt Renaults Elektroauto Zoe für Greenlife Drive durch Stadt und Land

Es ist ein bisschen wie bei den Handys: viele unterschiedliche Ladegeräte für ebenso viele leere Batterien. Neben der prinzipiellen Unterscheidung, ob das E-Auto mit Gleich- oder Wechselstrom geladen wird, gibt es je nach Hersteller noch unterschiedliche Steckertypen. Meine Zoe will zum Beispiel Wechselstrom (AC) und braucht dafür einen Typ-2-Stecker. An einer Station mit Gleichstrom (DC) und einem Chademo-Stecker sind wir also gleich aus mehreren Gründen falsch.

Einheitliche Stecker in der EU

Der Vergleich mit den Handys war nicht meine Idee, sondern wird auch von Herstellern und E-Mobilität-Fürsprechern gezogen. Man lädt, wenn man kann: über Nacht, im Büro oder wo es eben gerade Strom gibt. Um das Steckerchaos zu beseitigen, tritt wie bei den Handys die EU auf den Plan, die 2013 den Typ-2-Stecker als Standard festgelegt hat.

Vielfalt ist doch etwas Schönes

Die Vielfalt der Stecker wäre aber eigentlich gar nicht so schlimm, wenn man einfach davon ausgehen könnte, an jeder Station die jeweils passende Buchse vorzufinden. An der Tankstelle stehen schließlich auch mehrere unterschiedliche Zapfsäulen bereit. Dass dem nicht so ist, bedeutet größere Umständlichkeit als die Steckervielfalt, wobei auch die natürlich irgendwie patschert wirkt.

Wie lade ich mein Elektroauto auf?

Die Zoe wird im NEFZ-Zyklus (Fahrzyklus zum Kraftstoffverbrauch) mit einer Reichweite von 210 Kilometern angegeben, bei der maximal erlaubten Ladeleistung von 43 kW kann die Batterie in 30 Minuten zu 80 Prozent geladen werden. Zu Hause wird über die mitgelieferte Wandstation geladen, was für Städter mit einer Wohnung aber keine wirkliche Option ist. Hierbei dauert eine komplette Ladung zwischen sieben und neun Stunden. Zur Not funktioniert es mit optionaler Ausrüstung auch an der ganz normalen Steckdose.

In der Praxis schafft die Zoe um die 150 Kilometer mit vollen Akkus, was zwar doch recht weit von den versprochenen 210 Kilometern entfernt ist, für die Stadt aber jederzeit ausreicht. Achtung: Schon kürzere Überlandfahrten wollen geplant werden.

Der Strom fließt

Die Wartezeit beim Tanken fällt in meinem Fall erstaunlicherweise überhaupt nicht unangenehm auf. Ich lade immer am Parkplatz einer Fastfood-Kette am Gaudenzdorfer Gürtel, da die dortige Station einen der wenigen 43-kW-Anschlüsse hat und komplett gratis ist. Ja, nicht einmal eine Kartenidentifikation ist nötig. Zudem muss man das eigene Kabel nicht ausrollen und wieder einwickeln, sondern nimmt wie bei der normalen Tankstelle einfach den Stutzen aus der Zapfsäule. (Rafael Kopper, derStandard.at, 24.9.2014)

Hinweis: Die Autos wurden von den jeweiligen Herstellern für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt, der Kooperationspartner Smatrics bietet den Strom für die Elektrofahrzeuge an. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Users wieder.

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    foto: derstandard.at/hendrich

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  • Testfahrer Rafael Kopper nimmt sein Fahrzeug besonders genau unter die Lupe.
    foto: derstandard.at/hendrich

    Testfahrer Rafael Kopper nimmt sein Fahrzeug besonders genau unter die Lupe.

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