"Archimedes": EU-weite Polizeiaktion mit 1.000 Festnahmen

24. September 2014, 13:10
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In Österreich 13 Schlepper erwischt - Europol: Bisher größte gemeinsame Operation in Europa

Der europäischen Polizeibehörde Europol ist mit den nationalen Behörden ein gewaltiger Schlag gegen die Organisierte Kriminalität gelungen. Bei der bisher größten Aktion in Europa, "Operation Archimedes", von 15. bis 23. September seien mehr als 1.000 Festnahmen erfolgt, teilte Europol am Mittwoch in Den Haag mit. In Österreich wurden 13 Schlepper erwischt und 65 geschleppte Personen aufgegriffen.

Der Direktor des Bundeskriminalamtes (BK), Franz Lang, sagte gegenüber der APA in Den Haag, die Schlepper seien vorwiegend aus dem Kosovo und aus Ungarn gekommen. Gegen neun sei inzwischen von den zuständigen Gerichten Untersuchungshaft verhängt worden. An dem Einsatz in der Nacht auf Montag seien 160 österreichische Polizisten im Burgenland, in Niederösterreich und Wien beteiligt gewesen.

Umfassende Aktion

Die Tatbestände reichen europaweit von Menschenhandel, Beihilfe zu illegaler Migration, Drogen- und Waffenhandel, synthetischen Drogen, Mehrwertsteuerbetrug und Produktfälschungen bis zu Cybercrime. Auch Eigentumsdelikte seien aufgedeckt worden. 20 Prozent der Festgenommenen seien in mehrere Verbrechen verwickelt. An der gemeinsamen Polizeiaktion beteiligten sich neben allen 28 EU-Staaten auch die USA, Kolumbien, Australien, die Schweiz, Norwegen und Serbien.

So seien bis zum heutigen Mittwoch 1.027 Festnahmen erfolgt sowie 599 Kilogramm Kokain, 200 Kilogramm Heroin und 1,3 Tonnen Cannabis sowie 17 Luxusautos und mehr als eine Million Euro in Bargeld beschlagnahmt worden, berichtete Europol-Direktor Rob Wainwright. 30 rumänische Kinder seien aus der Gewalt von Menschenhändlern befreit worden. Sie sollten sexuell, zur Arbeit, zum Stehlen und zum Betteln ausgebeutet werden. "Operation Archimedes ist ein Meilenstein im Versuch der Exekutive, eine konzertierte Aktion gegen das organisierte Verbrechen zu leisten", sagte Wainwright. Der Europol-Direktor erwartet infolge der Analysen weitere Festnahmen in den nächsten Tagen und Wochen.

300 Aktionen an über 260 Orten

An der Operation wirkten mehr als 20.000 Exekutivbeamte mit, am Sitz von Europol in Den Haag waren 150 Beamte an der "Operation Archimedes" beteiligt. Die Sicherheitsbeamten traten in mehr als 300 Aktionen an über 260 Orten, darunter Städte und Flughäfen, in Erscheinung. "Das ist die größte koordinierte Operation gegen das organisierte Verbrechen in Europa", sagte Wainwright. Unterstützung bekamen die Polizeibehörden auch durch die EU-Justizbehörde Eurojust und durch die EU-Grenzschutzagentur Frontex.

Der Chef der italienischen Polizei, Alessandro Pansa, sagte, im Zuge der Operation seien im gesamten Einsatzgebiet 170 Schlepper festgenommen und 10.000 illegale Migranten kontrolliert worden. Als Hotspots der grenzüberschreitenden Kriminalität hätten sich der Mittelmeerraum sowie der Balkan herausgestellt. Pansa, dessen Land derzeit den EU-Ratsvorsitz führt, sagte, Italien wolle nunmehr ein Treffen der Balkan-Polizeichefs einberufen, so wie sich die Polizeichefs der Europol-Länder bereits heute in Den Haag treffen.

Hunderte Festnahmen

Wainwright sagte, die meisten Festnahmen seien im Mittelmeerraum und in Osteuropa erfolgt. So wurden in Spanien mehr als 250 Personen festgenommen, in Bulgarien fast 200. Es sei gelungen, ganze Netzwerke für die illegale Migration und für Kinderhandel zu zerschlagen. "Das nächste Mal werden wir noch mehr Festnahmen haben", versicherte der Europol-Direktor.

Die Ergebnisse würden zeigen, dass die moderne Kriminalität global und "multi-kriminell" agiere. "Wir sehen eine integriertere kriminelle Wirtschaft, die nicht mehr nur auf Drogen spezialisiert ist." Die "Operation Archimedes" sende ein klares Signal, nämlich, dass es keinen sicheren Platz für Kriminelle gebe. "Wir sind entschlossen, noch stärker zusammenzuarbeiten", sagte Wainwright. (APA, 24.9.2014)

  • An der gemeinsamen Polizeiaktion beteiligten sich neben allen 28 EU-Staaten auch die USA, Kolumbien, Australien, die Schweiz, Norwegen und Serbien.
    foto: dpa/arno burgi

    An der gemeinsamen Polizeiaktion beteiligten sich neben allen 28 EU-Staaten auch die USA, Kolumbien, Australien, die Schweiz, Norwegen und Serbien.

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