Rocket Internet will die Börse rocken

24. September 2014, 11:54
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Die Internet-Holding der Berliner Investoren Oliver, Marc und Alexander Samwer will 1,61 Milliarden einsammeln

Frankfurt - Die Aktien der Internet-Holding Rocket Internet erfreuen sich Bankern zufolge einer guten Nachfrage. Schon rund eine Stunde nach Beginn der Zeichnungsfrist waren die Orderbücher einschließlich der Platzierungsreserve innerhalb der Preisspanne bereits gefüllt, wie die begleitende Bank JPMorgan am Mittwoch den Investoren mitteilte.

Das bedeutet, dass bereits Kaufaufträge im Volumen von rund 1,5 Mrd. Euro vorlagen. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis 7. Oktober, die Preisspanne liegt zwischen 35,50 und 42,50 Euro. Um einen Börsengang zum Erfolg zu machen, sollten die Bücher mindestens zweimal überzeichnet sein, damit die Banken und das Unternehmen sich die Käufer aussuchen können.

Größter Börsengang in Deutschland

Der Börsengang von Rocket Internet soll der mit Abstand größte in diesem Jahr in Deutschland werden. Die Internet-Holding der Berliner Investoren Oliver, Marc und Alexander Samwer will in den nächsten zwei Wochen bis zu 1,61 Milliarden Euro bei Investoren einsammeln - doppelt so viel wie im Vorfeld erwartet. Rocket Internet ist an 66 von den Samwer-Brüdern in den vergangenen Jahren selbst gegründeten oder mitinitiierten, meist noch verlustreichen Internet-Marken außerhalb Europas beteiligt.

Das Unternehmen wird damit mit bis zu 6,7 Milliarden Euro bewertet. 24 Prozent von Rocket Internetsollen nach dem Gang an die Börse bei neuen Investoren liegen. Mit dem Erlös will Rocket weitere neueInternet-Händler und -Dienstleister in aller Welt - nur nicht in den USA und China - gründen und die bestehenden Beteiligungen ausbauen. Die in mehr als 100 Staaten aktiven Firmen sind im Schnitt erst zwei Jahre alt. Die Palette reicht vom Online-Möbelhändler über Essens-Lieferdienste bis zu Internet-Zahlungsabwicklern. "Wir sind überzeugt, dass Rocket eine einmalige Chance hat, am Wachstum des Internethandels in Schwellenländern teilzuhaben", erklärte Oliver Samwer.

Debüt am 9. Oktober

Am 9. Oktober soll die Firma ihr Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Die Papiere werden aber zunächst im schwach regulierten Entry Standard gelistet, in dem sich sonst nur Klein- und Kleinstwerte tummeln. Denn einige der jungen Firmen im Portfolio von Rocket Internet können noch nicht die geforderten Bilanzen vorweisen. In eineinhalb bis zwei Jahren will Rocket Internet in den Prime Standard wechseln, der auch eine Mitgliedschaft in den großen Börsenindizes erlaubt.

Rocket-Aktien für 582 Millionen Euro haben sich mehrere Anker-Investoren bereits reserviert, allen voran der schottische Fonds-Anbieter Baillie Gifford mit 350 Millionen Euro. Er ist auch beim Internet-Modehändler Zalando, der eine Woche vor Rocket an die Börse strebt, einer der Anker-Investoren. Die Investmentbank JPMorgan, die den Rocket-Börsengang neben Berenberg und Morgan Stanley begleitet, übernimmt selbst Papiere für 100 Millionen Euro.

Zalando und Rocket Internet haben dieselben Wurzeln. Beide wurden von den Samwer-Brüdern finanziert, die mit ihrem Global Founders Fund an den zwei Unternehmen beteiligt sind. Auch die schwedische Investmentgesellschaft Kinnevik ist bei beiden maßgeblich engagiert. Die Samwers hattenRocket 2007 aus der Taufe gehoben. (APA/Reuters, 24.9.2014)

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