Kurz fordert von Islamischer Glaubensgemeinschaft Kampf gegen Radikaliserung

24. September 2014, 11:32
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Imame und Religionslehrer sollen in die Pflicht genommen werden

Teheran/Wien - Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) aufgefordert, präventiv gegen Radikalisierung zu wirken. Am Rande der UNO-Generalversammlung in New York, bei der am Mittwoch eine Resolution zum Kampf gegen die Jihadistengruppe "Islamischer Staat" verabschiedet werden sollte, meinte Kurz aber, IS-Terror und Islam dürften nicht gleichgesetzt werden.

Daher müssten Imame und Religionslehrer in Österreich die Botschaft vermitteln, dass "gläubige Moslems so etwas nicht tun dürfen", so Kurz. In Österreich gebe es 500.000 Muslime, allerdings hätten diese mit radikalen Tendenzen wie dem IS-Jihadismus in der Regel nichts zu tun.

"Es soll alles unternommen werden, um jegliche Unterstützung, sei es nun finanzieller Natur, durch Waffenlieferungen oder durch Transport, zu verhindern und unter strenge Strafe zu stellen", sagte der Außenminister. "Das tragen wir zu hundert Prozent mit."

Treffen mit Vertretern von Twitter

Daher habe sich Österreich auch einer politischen Allianz zum Kampf gegen die Jihadisten angeschlossen. "Die Terroristen agieren barbarisch, sie vergewaltigen Frauen, köpfen Menschen und versuchen Minderheiten auszulöschen. Daher müssen alle Staaten alles unternehmen, um sich dem entgegenzustellen." Es freue ihn auch, dass sich unter den rund 50 Ländern in der Allianz auch muslimische Staaten befinden. "Man darf nicht vergessen, dass die meisten IS-Opfer Muslime sind."

Ein besonderes Problem stellt sich für Kurz durch den Zustrom von ausländischen Kämpfern, die sich dem IS-Jihadismus anschließen. Derzeit seien 140 Personen registriert, die aus Österreich in den Jihad gezogen sind. Darunter befänden sich viele Tschetschenen, die nach dem Krieg in ihrer Heimat "in einen neuerlichen Kampfeinsatz gehen", so Kurz.

Weitere Gruppen seien "klassische Systemverlierer", dann tatsächliche religiöse Fundamentalisten und Personen, die über soziale Netzwerke wie Facebook angelockt würden. Diese Netzwerke seien gefordert, radikalen Gruppen keine Plattform mehr zu bieten, betonte Kurz, der in New York auch mit Vertretern des Kurznachrichtendiensts Twitter konferieren will. (APA, 24.9.2014)

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