Talko: App soll Internet-Telefonie revolutionieren

24. September 2014, 09:59
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Tool von ehemaligen Microsoft-Softwarearchitekt Ray Ozzie soll Gespräche anreicherbar und durchsuchbar machen

Ray Ozzie, einst Chief Software Architect bei Microsoft, wagt sich mit seiner neuesten Unternehmung in den Bereich der Messaging-Apps vor. Mit "Talko" entwickelt sein Team eine Software, die Sprachanrufe künftig so flexibel machen soll, wie Textnachrichten.

"Sprache ist der natürlichste Weg für Menschen, um zu kommunizieren", so die Umschreibung des erklärten Ziels auf der Homepage des Projekts. "Sie erlaubt uns, klar zu kommunizieren, Ideen und Emotionen zu teilen und gemeinsam schnell Probleme zu lösen." Textnachrichten seien hingegen zehn Mal langsamer, anfällig für Missverständnisse und frei von Gefühlen.

Bilder, Tags, Favoriten

Die Talko-Entwickler arbeiten an drei Standorten – San Francisco, Boston und Seattle – an dem Programm, das künftig Internet-Telefonate mit Einzelpersonen und Gruppen besser organisierbar und mit anderen Medien erweiterbar machen soll. Problemlos soll es etwa möglich werden, einem laufenden Gespräch Bilder hinzuzufügen, bestimmte Stellen des Gesprächs mit Tags zu markieren und zu favorisieren, das Gesprochene zu speichern und später gewünschte Momente und Inhalte einfach wieder zu finden, erklärt Ozzie der New York Times.

"Wäre das Internet zuerst erfunden worden, würde man Sprachtelefonie an anderen Standards messen", gibt sich der Branchenveteran überzeugt. Ob sein Konzept aufgehen wird, wagt er allerdings nicht voraus zu sagen.

Cloud-gestützt

All die Funktionen ermöglichen sollen Server aus der Cloud von Amazons Web Services und Microsoft Azure. Vor allem die Speicherung von Anrufen für späteres Nachhören sei für Unternehmen wichtig, betont Ozzie. Die Suchfunktion, so der derzeitige Plan, bildet die Beine, auf denen das Geschäftsmodell von Talko stehen soll.

Die App, die aktuell nur für iOS verfügbar ist, aber voraussichtlich auch für Android und Desktop-PCs umgesetzt wird, ist kostenlos nutzbar. Die Speicherung von Gesprächen ist jeweils für ein Zeitfenster von zehn Tagen gratis. Wer länger auf Aufnahmen zugreifen können möchte, muss zahlen.

Privacy-Features

Trotz all dieser Möglichkeiten soll die App auch in Sachen Datenschutz punkten. Integrierte Privacy-Features erlauben es allen Gesprächsteilnehmern Teile des Gesprächs oder die komplette Konveration zu löschen. Rückmeldungen aus einer kleinen Testgruppe waren laut Ozzie positiv. (gpi, derStandard.at, 24.09.2014)

  • Mit Talko soll Sprachtelefonie so flexibel werden, wie Textnachrichten.
    foto: talko

    Mit Talko soll Sprachtelefonie so flexibel werden, wie Textnachrichten.

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