Analystenstimmen vom 24.9.2014

24. September 2014, 12:49
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Experten zu Raiffeisen - Erste Group zu Voestalpine und OMV

Berenberg senkt Raiffeisen-Kursziel

Die Wertpapierexperten von Berenberg haben das Kursziel der Raiffeisen Bank International (RBI) von 26 auf 21 Euro gesenkt. Das Anlagevotum "Buy" bleibt bestehen. Die Gewinnschätzungen wurden drastisch gekürzt.

Die RBI hatte am Montag nachbörslich wegen schlecht laufender Geschäfte in der Ukraine und Ungarn den ersten Jahresverlust ihrer Konzerngeschichte angekündigt. RBI-Chef Karl Sevelda versicherte am Dienstag vor Journalisten, der Verlust werde aber "sicher nicht über 500 Millionen Euro" betragen.

Laut Berenberg-Experten liegt das schlechte Ergebnis an fehlendem Wachstum in der CEE-Region. Hierbei leidet die RBI vor allem an der Zwangsumwandlung von Fremdwährungskrediten in Ungarn und Verlusten aufgrund der geopolitischen Spannungen in der Ukraine.

Beim Ergebnis je Aktie erwarten die Berenberg-Analysten einen Verlust von 0,60 (zuvor: plus 1,33) Euro für 2014, sowie Gewinne von 1,80 (2,96) bzw. 2,50 (3,25) Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf null Euro für 2014, sowie 1,00 Euro für 2015 bzw. 2016.


UBS senkt RBI-Kursziel

Die Wertpapierexperten der Schweizer Großbank UBS haben das Kursziel der Raiffeisen Bank International (RBI) von 24,75 auf 21 Euro gesenkt. Die Bewertung "Neutral" wird bestätigt.

Die RBI hatte am Montag nach Börsenschluss für 2014 den ersten Jahresverlust der Konzerngeschichte angekündigt. Hauptgründe sind die Verluste wegen der Zwangsumwandlung von Fremdwährungskrediten in Ungarn und schlechte Geschäfte aufgrund der Ukraine-Krise.

Die Belastung in Ungarn sehen die UBS-Experten etwa zu einem Viertel abgebaut, der Großteil stehe aber noch im zweiten Halbjahr bevor. Auch die Ukraine-Krise wirke sich laut den Analysten im zweiten Halbjahr noch weiter negativ aus.

Trotz der Ankündigung vom Montag rechnet die UBS weiterhin mit einem kleinen Konzerngewinn für das Gesamtjahr. Beim Gewinn je Aktie erwarten die UBS-Analysten 0,25 Euro für 2014, sowie 2,49 bzw. 3,02 Euro für die beiden Folgejahre.


Commerzbank senkt RBI-Bewertung

Die Wertpapierexperten der Commerzbank haben die Bewertung der Raiffeisen Bank International (RBI) von "Add" auf "Hold" gesenkt. Das Kursziel wurde ebenfalls reduziert, von 24 auf 21 Euro.

Nach der Verlustankündigung für das Gesamtjahr 2014 vom Montag reagiert die Commerzbank mit einer Senkung der Bewertung, des Kurszieles und der Gewinnschätzungen. Die Experten erwarten einen Verlust der RBI von 76 Mio. Euro im Gesamtjahr 2014. Verantwortlich seien erhöhte Risikovorsorgen, zusätzliche Abschreibungen in der Ukraine und größere Belastungen aus der Umwandlung der Fremdwährungskredite in Ungarn.

Beim Gewinn je Aktie erwarten die Commerzbank-Analysten 0,42 (zuvor: 1,20) Euro für 2014, sowie 1,98 (2,74) bzw. 2,87 (3,39) Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf null Euro für 2014, sowie 1,00 bzw. 1,20 Euro für 2015 bzw. 2016.


Erste Group bestätigt voestalpine-Kursziel

Die Wertpapierexperten der Erste Group haben sowohl das Kursziel von 35 Euro, als auch das Anlagevotum "Hold" für die voestalpine bestätigt.

Die Analysten sehen die schwächelnde Konjunktur in Europa und deflationären Preisdruck als Bedrohung für die voest. Die Erste bewertet die Markterwartungen bezüglich wirtschaftlicher Entwicklung in Europa und positivem Einfluss von niedrigeren Eisenerzkosten als zu optimistisch. Dennoch sei die voestalpine gegenüber der Konkurrenz in einer starken Position. Das zurückhaltende, aber stärkere Geschäftsmodell resultiere in einer höheren Profitabilität gegenüber Mitbewerbern.

Beim Gewinn je Aktie erwarten die Erste-Analysten 2,90 Euro für 2014/15, sowie 3,37 bzw. 3,64 Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf 1,00 Euro für 2014/15, sowie 1,10 bzw. 1,30 Euro für 2015/16 bzw. 2016/17.


Erste Group senkt OMV-Votum

Die Analysten der Erste Group haben ihre Empfehlung für die Aktien der OMV von "Buy" auf "Accumulate" gesenkt. Das Kursziel liegt bei 32,70 Euro.

Die OMV-Aktie sei zwar derzeit attraktiv bewertet, jedoch würden kurzfristige externe Faktoren gegen das Unternehmen arbeiten, schreiben die Experten. So ist die OMV beispielsweise stark abhängig von den Rohölpreisen, wo die Erste Group-Analysten derzeit geringere Quoten prognostizieren.

Vor diesem Hintergrund wurden auch die Gewinnschätzungen für die Jahre 2014 und 2015 gekürzt. Beim Gewinn je Aktie erwarten die Erste-Analysten nun 3,21 (zuvor: 3,25) Euro für 2014 und 4,04 (zuvor: 4,12) Euro für 2015. Für das Geschäftsjahr 2016 prognostizieren die Erste-Experten indessen einen Gewinn von 5,59 Euro je Titel, nachdem sie davor noch mit 4,27 Euro gerechnet hatten. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf jeweils 1,50 Euro für die drei Jahre 2014 bis 2016. (APA, 24.9.2014)

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