Indische Sonde erreicht Umlaufbahn des Mars

24. September 2014, 11:28
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"Mars Orbiter Mission" kostete nur 55 Millionen Euro

Bangalore - Indien hat als erstes asiatisches Land eine Sonde erfolgreich zum Mars geschickt: Die "Mars Orbiter Mission" (MOM) erreichte am Mittwoch im ersten Versuch die Umlaufbahn des Roten Planeten, wie der indische Premierminister Narendra Modi mitteilte. Die Wissenschafter der indischen Weltraumforschungsorganisation ISRO in Bangalore brachen in Jubel aus.

Die Sonde hatte ihren mehr als 660 Millionen Kilometer langen Flug am 5. November 2013 angetreten und soll nun sechs Monate lang in einer Höhe von rund 500 Kilometern über der Mars-Oberfläche kreisen. Eine Landung auf dem Mars ist nicht geplant. "Glückwunsch an alle, an das gesamte Land", sagte Modi, der das historische Ereignis per Live-Übertragung verfolgt hatte. "Heute wurde Geschichte geschrieben."

Hintergrund

Mit geplanten Gesamtkosten von umgerechnet knapp 55 Millionen Euro gilt die Marsmission als vergleichsweise günstig - sie kostete weniger als die Produktion des Hollywood-Astronautenfilms "Gravity", wie in Indien mit Sinn für Ironie vorgerechnet wurde. Die hochmodernen Sensoren an Bord der 1.350 Kilogramm schweren Sonde sollen die Marsatmosphäre untersuchen und nach Spuren von Methan als Beleg für die Existenz einfacher Organismen suchen.

Für die Atommacht Indien, deren Mondmission 2008 Wasser auf dem Erdtrabanten nachwies, ist die Mission eine große Genugtuung. Indien hat sich einen Namen mit preiswerten industriellen und technologischen Innovationen gemacht. Besonders stolz ist Indien darauf, dass es vor dem großen Nachbarn China den Mars erreichte. Bisher gelang nur den USA, der damaligen Sowjetunion und der Europäischen Union ein Flug zum Mars. Und: Indien ist das erste Land, dem die Mission im ersten Versuch gelang.

Alleine ist die Sonde dort nicht: Erst am Montag war "Maven" der US-Raumfahrtbehörde NASA angekommen. Daneben kreisen weitere Orbiter um den Planeten. Und auf der Oberfläche rollen "Curiosity" und sein Vorgänger "Opportunity".

Sonden von ihrer sozialen Seite

Die Social-Media-Teams verschiedener Marsmissionen ließen indessen ihre Sonden und Roboter ein virtuelles Zwiegespräch führen. Mit dem indischen Grußwort "Namaste" grüßte der Twitter-Account des US-Forschungsroboters "Curiosity" die indische Mars-Sonde.

Die antwortete dem US-"Kollegen", ebenfalls via Twitter: "Howdy @MarsCuriosity? Wir bleiben in Verbindung. Ich hänge hier noch eine Weile rum." (APA/red, 24.9.2014)

  • Jubel im indischen Kontrollzentrum.
    foto: apa/epa/jagadeesh nv

    Jubel im indischen Kontrollzentrum.

  • Der Mars-Orbiter vor dem Start im vergangenen Jahr.
    foto: epa/indian space research organization

    Der Mars-Orbiter vor dem Start im vergangenen Jahr.

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