"Volksrepubliken" und Ukraine halten getrennte Wahlen ab

23. September 2014, 17:51
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Die Waffenruhe bleibt brüchig, zugleich kündigen die "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk die Abhaltung eigener Wahlen an

Moskau/Kiew - Die von Separatisten ausgerufenen Donezker und Luhansker "Volksrepubliken" wollen nicht an den Parlamentswahlen Ende Oktober in der Ukraine teilnehmen. Stattdessen soll in diesen Regionen am 2. November über ein eigenes Parlament und das jeweilige Oberhaupt der Gebiete abgestimmt werden. "Andere Wahlen, darunter auch die zur Rada, wird es bei uns nicht geben", kündigte der "Premier der Donezker Volksrepublik", Alexander Sachartschenko, an.

"Weit von Realität entfernt"

Ruhe herrscht in der Ostukraine trotz der vereinbarten Feuerpause immer noch nicht. Auch am Dienstag war in Donezk schweres Geschützfeuer zu hören. In der vorangegangenen Nacht kam ein Zivilist ums Leben. Insgesamt sind laut Gesundheitsbehörde in Donezk seit Beginn der Kampfhandlungen 1300 Menschen ins Leichenschauhaus eingeliefert worden. "Diese Zahl ist aber weit von der Realität entfernt", klagte die Leiterin der Behörde Jelena Petrjajewa, da viele Tote von der Statistik gar nicht erfasst seien. Ihren Angaben nach sind zudem auch 23 Kinder in dem Konflikt getötet worden, 45 wurden verletzt.

Wegen der starken Zerstörungen im Donbass-Gebiet hat die Regierung in Kiew den IWF um eine Aufstockung des 17-Milliarden-Dollar-Kredits gebeten: Das Programm sei gut zur Stabilisierung der Wirtschaft. "Aber man muss bedenken, dass die Entwicklung der Ereignisse um Donezk und Luhansk nicht berücksichtigt wurde, als das Programm erarbeitet und verabschiedet wurde", sagte Außenminister Pawlo Klimkin. Über den Umfang der nötigen Zusatzfinanzierung machte Klimkin keine Angaben. (André Ballin, DER STANDARD, 24.9.2014)

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