Anstieg bei Pflegekosten bleibt verkraftbar

23. September 2014, 17:25
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Podiumsdiskussion: Experten optimistisch, sehen aber "Pflegelücken"

Wien - Österreich hat im internationalen Vergleich ein sehr großzügiges Pflegegeldgesetz, gibt aber insgesamt für Langzeitpflege weniger aus als die meisten anderen OECD-Staaten. Deshalb ist der prognostizierte Anstieg in den Pflegekosten in den kommenden Jahren für das heimische Sozialsystem gut verkraftbar. Diese Ansicht vertraten die Sozialexperten Thomas Url (Wifo) und Bernd Marin (Europäisches Zentrum) in einer vom Standard moderierten Podiumsdiskussion des Finanzmarketing-Verbandes (FMVÖ) am Montagabend. Damit stießen sie bei Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) auf große Zustimmung, der Österreich als "Weltmeister im Bereich der Pflegefinanzierung" bezeichnete.

5,7 Milliarden Euro würden derzeit in der Pflege bewegt, so Hundstorfer; davon 1,7 Milliarden durch Sachleistungen der Länder und Gemeinden. Dies würde, laut Urls Berechnungen, bis 2030 auf 3,7 Milliarden Euro oder ein Prozent des BIP steigen. Laut Marin funktioniere das System, hinterlasse allerdings "Pflegelücken".

Private Pflegeversicherungen spielten wie anderswo nur eine Nebenrolle, und dies werde so bleiben, sagte Hundstorfer. Allerdings böten heimische Versicherer ein einfaches Produkt, das Vorbildcharakter habe. Judit Havasi, Vizechefin der Wiener Städtischen, beschrieb es: Wer in jüngeren Jahren bis zu 15 Euro pro Monat einzahlt, dem wird als Pflegefall das staatliche Pflegegeld verdoppelt oder verdreifacht. (red, STANDARD, 23.09.2014)

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