Uno-Klimagipfel: China verspricht mehr Geld

23. September 2014, 20:48
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Hochrangigstes globales Treffen seit Kopenhagen 2009 - US-Präsident Obama sieht besondere Verantwortung der USA und Chinas

New York - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat einen globalen "Kurswechsel" in der Klimapolitik gefordert. "Wir müssen der Welt heute einen neuen Kurs geben", sagte Ban am Dienstag zur Eröffnung eines Klimagipfels am UN-Sitz in New York. Es war die hochrangigste internationale Veranstaltung zum Klimawandel seit dem Kopenhagener Gipfel von 2009, bei dem in zentralen Punkten keine Übereinkunft erzielt wurde.

Für das New Yorker Gipfeltreffen war die Teilnahme von Staats- und Regierungschefs aus mehr als 120 Ländern angekündigt. Zu den Teilnehmern des New Yorker Gipfels zählten US-Präsident Barack Obama, der französische Präsident Francois Hollande und der britische Premierminister David Cameron. Die beiden bevölkerungsreichsten Länder wurden jedoch nicht durch ihre politischen Spitzen vertreten: China entsandte Vize-Regierungschef Zhang Gaoli, Indien Umweltminister Prakash Javadekar.

China verspricht größere Anstrengungen

Gaoli versprach dabei ein stärkeres Engagement im Kampf gegen den Klimawandel und mehr finanzielle Beteiligung. "Wir werden noch größere Anstrengungen unternehmen, um dem Klimawandel entgegenzutreten", sagte der chinesische Vizepremier.

"China muss eine Antwort auf den Klimawandel finden, um sich nachhaltig zu entwickeln und seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen", sagte Gaoli. Der Uno versprach Zhang mehr Geld im Kampf gegen den Klimawandel. Außerdem kündigte er neue konkrete Einsparungsziele für sein Land an. "Sobald möglich werden wir unsere Maßnahmen in dieser Hinsicht für die Zeit nach 2020 ankündigen." Beim Klimagipfel in Paris 2015 wolle China konstruktiv mitarbeiten. Bisher hatte sich das Land stets gegen verbindliche Treibhausgas-Minderungsziele gesperrt.

Obama sieht besondere Verantwortung bei China und USA

Nach einem Treffen mit dem chinesischen Vize-Premier sagte US-Präsident Obama, die Welt müsse sich der "dringenden und wachsenden Bedrohung" durch den Klimawandel stellen. Eine besondere Verantwortung liege bei den USA und China, die für den größten Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich sind. "Wir wissen, was wir tun müssen, um nicht wieder gutzumachenden Schaden abzuwenden. Wir müssen die CO2-Verschmutzung in unseren Ländern reduzieren, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern", sagte der US-Präsident. Außerdem müsse sich die Welt für jene Folgen der Erderwärmung wappnen, "die wir leider nicht länger vermeiden können".

Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2009 hatte Obama versprochen, dass die USA unter ihm eine Führungsrolle im Kampf gegen die Erderwärmung einnehmen würden. Ein Gesetz zum Emissionshandel scheiterte aber im Sommer 2010 im US-Kongress.

"Zeit zum Handeln läuft aus"

Der Vorsitzende des Weltklimarats, Rajendra Pachauri, mahnte zu Taten. "Unsere Zeit zum Handeln läuft aus", sagte er. Ansonsten drohten unter anderem Wasser- und Lebensmittelmangel. Geld sei keine Ausrede. "Uns wird gesagt, dass der Kampf gegen den Klimawandel zu teuer sein wird. Das stimmt nicht. Wartet ab, bis wir die Rechnung für das Nichthandeln bekommen."

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff forderte ein ambitioniertes und ausgeglichenes Abkommen zum weltweiten Klimaschutz. "Die Industrieländer verdanken das Wohlstandsniveau ihrer Gesellschaften historisch gesehen einem Entwicklungsmodell, das auf hohen Emissionen von klimaschädlichen Gasen basiert", sagte Rousseff. Dabei seien Wälder abgeerntet und umweltschädliche Praktiken angewendet worden. "Wir wollen dieses Modell nicht wiederholen."

Greenpeace fordert Taten

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte Taten von der Politik. "Das Problem ist klar und die Lösung steht bereit. Wenn wir jetzt beginnen, aus Öl und Kohle auszusteigen, können wir bis 2050 komplett auf erneuerbare Energien umsteigen", sagte Klimaexperte Martin Kaiser. Die Organisation hatte nach eigenen Angaben die Forderung "Hört auf die Menschen - nicht die Verschmutzer" in neun Sprachen auf das UN-Gebäude projiziert.

Aus Österreich sind Bundespräsident Heinz Fischer und Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) in die USA gereist.

Der Hollywood-Star Leonardo DiCaprio (39) hat die Teilnehmer zu Beginn des UN-Klimagipfels eindringlich zum Handeln aufgefordert. "Dieses Gremium muss vielleicht mehr als irgendein anderes Gremium jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit diese schwierige, aber machbare Aufgabe angehen", sagte DiCaprio, der in der vergangenen Woche zum UN-Sonderbotschafter ernannt worden war.

Klimaziele der Europäischen Union

EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso hat vor dem UN-Klimagipfel in New York verbindliche Klimaziele der Europäischen Union und Unterstützung von Entwicklungsländern versprochen. Bis 2030 würden die Länder der EU 40 Prozent ihrer Treibhausgasemissionen und 30 Prozent ihres Energieaufwands einsparen, meinte Barroso. Bis 2050 sollen sogar bis zu 95 Prozent der Emissionen eingespart werden. "Die EU wird bereit sein", sagte Barroso. "Wir werden in diesem entscheidenden Kampf nicht versagen. (APA/AFP, 23.9.2014)

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