iPhone 6 und 6 Plus im Test

Test25. September 2014, 09:43
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Wie sich Apples Riesenphones schlagen und welche Designfehler sie aufweisen

Als Samsung vor drei Jahren sein erstes Galaxy Note auf den Markt brachte, erntete der Hersteller noch spöttische Reaktionen. Ein 5,3 Zoll großes Display sei viel zu groß, zu unhandlich zum Telefonieren. Zu dem Zeitpunkt hatte Apple das iPhone 4s vorgestellt - mit einem vergleichsweise winzigen Display von 3,5 Zoll. Der Erfolg von Samsungs "Phablet" zeigte jedoch rasch: Die Riesenphones kommen gut an, denn Telefonieren ist nicht mehr das zentrale Feature eines Handys. Surfen, Chatten, Fotografieren, Spielen - das steht im Vordergrund und funktioniert auf großen Bildschirmen besser. Mit dem iPhone 6 und dem 6 Plus hat Apple seine bisher größten Modelle auf den Markt gebracht und sich dem Rest der Branche angepasst.

foto: standard/cremer
Groß und größer: links das iPhone 6 Plus, rechts das kleinere iPhone 6.

Design: Eine runde Sache

Das Design beider Neuzugänge unterscheidet sich gravierend vom Vorgänger 5s und erinnert ein wenig an die ersten iPhone-Modelle. Die Kanten wurden stärker abgerundet, das Display ist zum Gehäuse hin etwas abgeflacht und fügt sich fast nahtlos in den Rahmen ein. Die Einschalttaste befindet sich nicht mehr an der Oberkante, sondern seitlich. So bleibt sie trotz der Größe der iPhones mit einer Hand erreichbar. Die Positionen von Stummschalter, Lautstärketasten sowie Kopfhörer- und Lightning-Anschluss wurden nicht verändert. iPhone 6 und 6 Plus sind eine Spur dünner als das kleinere 5s, aber etwas schwerer. Das 6 Plus wiegt stattliche 172 Gramm, das kleinere Modell kommt auf 129 Gramm.

foto: standard/riegler
Das Display geht fast nahtlos in das Metallgehäuse über.

Mit der einhändigen Bedienung wird es kompliziert. So ist es unmöglich, mit dem Daumen in jede Ecke des Touchscreens zu gelangen. Dafür hat sich Apple einen Trick einfallen lassen. Durch doppeltes sanftes Antippen des Homebutton rutscht die Oberkantes des Bildschirms bis zur Mitte, wo man Apps mit dem Daumen leichter erreichen kann. Eine recht unorthodoxe und ein wenig unelegante Lösung, aber sie funktioniert in allen Apps gut. Beim 6 Plus gibt es zudem einen Landscape-Modus, sodass der Homescreen auch im Querformat angezeigt werden kann.

foto: standard/riegler
Wenn der Daumen nicht zur App kommt, kommt die App zum Daumen: Landscape-Modus (nur am iPhone 6 Plus) und Screen-Trick für bessere Erreichbarkeit.
foto: standard/riegler
iPhone-Evolution: 4s, 5s, 6 und 6 Plus (von links).
foto: standard/riegler
Runder und glatter: das iPhone 6 (oben) im Vergleich zu 5s und 4s.

Die größeren Displays bedeuten jedenfalls mehr Platz für Inhalte. Definitiv zahlt sich das beim Tippen aus, da die Tasten des Keyboards nun größer sind. Auch haben mehr App-Icons auf dem Homescreen Platz. Es sind nun - exklusive des Home-Menüs am unteren Bildschirmrand - sechs Reihen anstatt fünf. Auch beim 6 Plus sind es sechs Reihen, zwischen den Icons hat Apple etwas mehr Abstand gelassen. Es bleibt abzuwarten, ob die App-Entwickler die Benutzeroberflächen ihrer Apps nur vergrößern oder auch mehr Inhalte anzeigen.

Ein Nachteil so großer Geräte ist freilich, dass sie nicht mehr so leicht in Hosentaschen oder kleine Handtaschen passen. Einige Nutzer, die es doch versucht haben, berichten von verformten Gehäusen. Groß und dünn hat seinen Preis.

foto: standard/riegler
Unelegant: andersfarbige Linien auf der Geräterückseite, wo sich die Antennen befinden.
foto: standard/cremer
Ein Design-Fauxpas: Die Kamera ragt deutlich aus der Rückseite hervor. Dadurch liegt das Gerät nicht flach auf dem Tisch auf.

Beim Material des Gehäuses hat Apple erneut zu Metall in den Farben Silber, Gold und Dunkelgrau gegriffen. Die Geräte sind bestens verarbeitet. Dank des abgerundeten, glatten Gehäuses liegen sie angenehm in der Hand, fühlen sich mitunter aber etwas rutschig an. Eine für Apple unverständliche Design-Entscheidung ist die deutlich aus dem Gehäuse ragende Kamera auf der Rückseite. Dadurch liegen die Smartphones nicht ganz eben auf einer Unterlage auf. Eine Objektivabdeckung aus Saphirglas soll verhindern, dass das Glas zerkratzt. Schon eher kann es passieren, dass die Kamera zum Beispiel eine Holzoberfläche, auf der das iPhone liegt, aufkratzt. Und auch die Linien auf der Rückseite, wo sich die Antennen befinden, stören das Design.

Display: Groß und scharf

Die Displays beider Modelle sind hervorragend. Das iPhone 6 bietet eine Diagonale von 4,7 Zoll mit 1.334 x 750 Pixel Auflösung. Das 6 Plus kommt auf 5,5 Zoll mit 1.920 x 1.080 Pixel. Damit bieten zwar beide nicht die höchsten Pixeldichten im Vergleich zu anderen Smartphones. Die Auflösung reicht aber vollkommen aus, dass mit freiem Auge keine einzelnen Bildpunkte erkennbar sind und Details in Fotos, Videos und Spielen sowie Schriften gestochen scharf dargestellt werden können. Zudem sind die Bildschirme sehr hell für eine gute Lesbarkeit im Freien, geben Farben natürlich wieder, ohne zu grell zu wirken, und weisen ein höheres Kontrastverhältnis als beim iPhone 5s auf. Die Spiegelung bei direktem Sonnenlicht bleibt allerdings.

foto: standard/riegler
Gestochen scharfe Schrift und Fotos: Die Displays der neuen iPhones können sich sehen lassen.

Überraschend ist, dass das Display des iPhone 6 ebenso wie jenes des 5s einen leichten Gelbstich gegenüber dem iPhone 6 Plus aufweist. Weiße Flächen wirken auf dem größten iPhone klarer. Bei farbigen Displayinhalten fällt der Unterschied hingegen kaum auf.

Kamera: Schneller Autofokus

Die in den Vorgängermodellen schon gute Kamera wurde in den neuen Modellen nochmals verbessert. Die Hauptkamera auf der Rückseite bietet zwar wie beim 5s eine Auflösung von 8 Megapixel und eine f/2.2-Blende. Allerdings hat Apple den Autofokus verbessert, der Motive nun merkbar schneller scharf stellt und bei Videoaufnahmen kontinuierlich fokussiert. So bleibt das Bild stets scharf, auch wenn man das Gerät beim Filmen bewegt. Beim 5s etwa fokussiert die Kamera deutlich langsamer nach.

Eine Verbesserung, die leider nur das iPhone 6 Plus mitbringt, ist die optische Bildstabilisierung. Videos wirken beim 6 Plus dadurch eine Spur ruhiger, sind aber auch beim kleinere Modell nicht sehr verwackelt. Deutlich bessere Fotos liefert das 6 Plus in dunkler Umgebung, das Bildrauschen ist im Vergleich zum 6, besonders aber gegenüber dem 5s reduziert.

foto: standard/riegler
Die neuen iPhones liefern deutlich bessere Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen.
foto: standard/riegler
Minimale Unterschiede zwischen 6 Plus und 6 bei guten Lichtverhältnissen.
foto: standard/riegler
Schöne Tiefenunschärfeeffekte (iPhone 6 Plus).

Neu bei der Frontkamera ist die Serienbildfunktion - etwa um eine Reihe von Selfies zu schießen, um das beste Foto auszuwählen. Zudem besitzt die Kamera nun eine f/2.2-Blende statt 2.4. Weitere Neuerungen der Kamera gehen auf iOS 8 zurück und stehen auch älteren iPhones zur Verfügung - etwa die neuen Bildbearbeitungsmöglichkeiten und die Zeitrafferfunktion. Letzteres ist allerdings etwas eingeschränkt, da man die Geschwindigkeit nicht selbst wählen kann. Eine erweiterte Funktionalität bietet hier die im August veröffentlichte App Hyperlapse von Instagram.

Performance: Überall schneller

Die iPhones sind insgesamt schneller geworden. So hat Apple in beiden einen etwas flotteren A8-Chip, schnelleres WLAN (ac) und LTE Advanced mit Unterstützung für Voice-over-LTE - also Sprachanrufe über das LTE-Netz - verbaut. Die 4G-Performance hängt jedoch mit der Unterstützung durch den jeweiligen Mobilfunker zusammen.

Die Performance der iPhones hat zu keinem Zeitpunkt im Test gehakt. App-Start, Surfen, Fotos aufnehmen, Bilder bearbeiten und spielen fühlt sich schnell und flüssig an. Der überarbeitete Motion-Coprozessor misst nun auch Höhenunterschiede und registriert beispielsweise, wenn man Stiegen steigt. Das kann in der neuen Health App gemessen werden. Erstmals wurde auch einen NFC-Chip verbaut, der hierzulande allerdings noch nichts bringt. Denn er funktioniert nur mit der Bezahlfunktion Apple Pay, die im Oktober zunächst in den USA startet.

Was leider noch immer fehlt, ist die Möglichkeit zur Speichererweiterung durch SD-Karten. Der interne Speicher umfasst wahlweise 16, 64 oder 128 GB. Wer sich für die 16-GB-Variante entscheidet, stößt mit hochauflösenden Fotos, Musiksammlung und Apps schnell an die Grenze.

Akkulaufzeit

Die Akkulautzeit konnte Apple bei beiden Geräten leicht erhöhen, das Plus bringt jedoch einen Tick mehr Saft mit. Bei durchschnittlicher Nutzung sollte das iPhone 6 bei Aufladung über Nacht bis zum Vormittag des nächsten Tages durchhalten. Das iPhone 6 Plus schafft noch etwas mehr. Bei gleicher Nutzung lag der Ladestand des großen iPhone etwa zehn Prozent über dem seines kleineren Kumpanen.

iOS 8: Mehr Möglichkeiten, mehr Irrwege

Viele Neuerungen der iPhones sind iOS 8 geschuldet. Das System wurde früher für seine intuitive Benutzung gefeiert, wegen des simplen Menüs gleichzeitig auch oft belächelt. Diesen Zeiten kehrt Apple allmählich den Rücken zu. iOS 8 bringt eine Vielzahl neuer praktischer Funktionen, wenngleich diese teilweise in anderen Betriebssystemen schon länger Standard sind. Es ist offener als je zuvor, aber auch komplizierter. Nicht alle Features sind intuitiv zu nutzen.

Erweiterungen

Erweiterungen, mit denen gewisse Funktionen von Drittanbieter-Apps direkt in die Kernanwendungen von iOS gepflanzt werden können, machen die neue Version zum bisher offensten mobilen Betriebssystem Apples. Installiert man eine App, die Erweiterungen für die Share-Funktionen, Widgets für die Mitteilungszentrale oder Werkzeuge für die Fotos-App bietet, können diese automatisch von dort aufgerufen werden.

So können Entwickler von Foto-Apps ihre Filter und Bearbeitungsmöglichkeiten direkt aus Apples Foto-App zugänglich machen. Hat man eine solche App installiert, taucht in der Foto-App links oben ein Kreis auf, sobald man bei einem Foto auf "Bearbeiten" klickt. Über das Icon gelangt man zu den Erweiterungen. Überall, wo es den Share-Button gibt - also etwa Safari, Fotos oder Notizen - kann man ebenfalls Erweiterungen nutzen. Praktisch: unter "Mehr" lassen sie sich deaktivieren und in der Reihenfolge sortieren, in der sie angezeigt werden.

screenshot: standard/riegler
Links: Zu den Erweiterungen für die Foto-App gelangt man über das Kreis-Icon links oben. Mitte: Erweiterungen bringen zusätzliche Filter und Bearbeitungsmöglichkeiten. Rechts: Unter "Mehr" können Erweiterungen verwaltet werden.

Nur wird man nicht gerade mit der Nase darauf gestoßen, wenn solche Extensions zur Verfügung stehen. Für Fotos gibt es derzeit unter anderem Camera 360 und Litely. Zur Listen-App Wunderlist können Fotos und Notizen aus den jeweiligen Apple-Apps hinzugefügt werden. In der Mitteilungszentrale lassen sich beispielsweise Widgets von Evernote, Dropbox und Yahoo Wetter nutzen.

Ob eine App derartige Erweiterungen anbietet, ist nur aus der Beschreibung der Entwickler ersichtlich. Im App Store bietet Apple derzeit eine nicht vollständige Sammlung aus für iOS 8 optimierten Apps. Prinzipiell wäre eine gesonderte Kennzeichnung solcher Apps hilfreich.

Fällt ebenfalls in die Kategorie Erweiterungen: Unter iOS 8 ist es auch endlich möglich, Tastaturen von Drittanbietern zu verwenden. Im App Store sind sie unter "Dienstprogramme" zu finden. Die native iOS-Tastatur wurde auch überarbeitet und bietet nun Vorschläge, die während des Tippens ausgewählt werden können. Das System antizipiert Wörter recht gut. Dass es - wie von Apple angegeben - unterschiedliche Vorschläge für SMS und E-Mail gibt, konnte im Test allerdings nicht festgestellt werden.

Fotos

Komplett neu ist das Management der Fotos. Zwar ist die Sortierung nach Datum und Ort der Aufnahme in der "Fotos"-Ansicht geblieben, neu ist jedoch die "Alben"-Ansicht. Dort gibt es nun von Haus aus "Zuletzt hinzugefügt", "Zuletzt gelöscht" und "Favoriten".

screenshot: standard/riegler
Von links: Fotoansicht, zuletzt gelöschte Aufnahmen und neue Bearbeitungsfunktionen der Foto-App.

In "Zuletzt gelöscht" werden gelöscht Fotos für 30 Tage behalten, bevor sie unwiederbringlich vom Gerätespeicher verschwinden. Praktisch: Ein Countdown bei jedem Bild zeigt an, wann das der Fall ist. Stellt sich nur die Frage, ob dieses Feature tatsächlich notwendig ist. Denn eigentlich kann es unter iOS nicht so leicht passieren, dass Fotos versehentlich gelöscht werden.

Ein Fotoalbum mit sämtlichen Aufnahmen und der Fotostream sind Geschichte. Ein Fehler unter iOS 8 verhindert derzeit noch, dass Apps auf ältere Fotos zugreifen konnten. Mit dem am Donnerstag veröffentlichten iOS 8.0.1 sollte das eigentlich behoben werden. Aufgrund von Fehlern auf den neuen iPhones hat Apple die Aktualisierung allerdings vorerst wieder zurückgezogen.

Der Fotostream wird von der iCloud Fotomediathek abgelöst, in die sämtliche Fotos und Videos in Originalversion geladen werden und von allen Geräten aus zugänglich sind. Die volle Funktionalität wird jedoch erst im Oktober nachgereicht, wenn das Desktop-System OS X 10.10 Yosemite veröffentlicht wird. Ein Zwang zum Speichern der Aufnahmen in der iCloud herrscht nicht.

Praktische Helferlein

Quer durch iOS 8 finden sich weitere neue Funktionen, die das System praktischer machen, mitunter jedoch sehr versteckt sind. Eine Neuerung, die schnell ins Auge springt: schreibt man jemandem ein E-Mail, erscheint bei der Eingabe des Betreffs ein Glockensymbol. Über dieses kann man festlegen, dass man eine Mitteilung erhält, wenn eine Antwort auf die Nachricht kommt. Gut gelungen sind auch interaktive Notifications: so kann man etwa bei einer eingehenden SMS direkt aus der Benachrichtigung antworten.

screenshot: standard/riegler
Praktisch: direkt aus Benachrichtigungen antworten; Desktop-Seiten statt mobiler Versionen erzwingen.

Eine weitere dezente Neuerung: Der Browser Safari kann nun die Desktop-Version einer Webseite anfordern. Bei einem großen Display und gutem Mobilfunkempfang sind schlanke mobile Seiten oft nicht mehr notwendig. Die Funktion ist jedoch sehr versteckt: Nachdem eine Seite im Browser geöffnet wurde, muss man auf die Adressleiste tippen, um die Favoriten zu öffnen. Diesen Screen zieht man mit dem Finger etwas nach unten, um zur Funktion "Desktop-Site anfordern" zu gelangen.

Ebenfalls eine gute Neuerung: Wer sich wundert, wieso der Akku seines iPhone schnell leer wird, kann sich in den Einstellungen unter "Benutzung" nun anzeigen lassen, welche Apps die meisten Ressourcen benötigen. So können Stromfresser identifiziert und gegebenenfalls deinstalliert werden.

Health: Noch nicht viel los

Ein noch recht dünn besiedeltes Dorf ist die Health App. Prinzipiell hat man dort die Möglichkeit, Daten aus unterschiedlichen Quellen wie Apps und Zubehör wie Fitnessarmbänder zu sammeln und auszuwerten. Das Potenzial ist groß, Health ist gleichzeitig Mini-Labor, Diättagebuch und Fitnesscoach. Doch aufgrund von Problemen mit dem Entwickler-API gibt es zunächst noch keine Apps, die entsprechende Daten liefern können. Auch dieses Problem sollte das zurückgezogene Update 8.0.1 beheben. Aktivieren kann man zur Zeit auch schon den Schrittzähler, der sich aus den Sensordaten des iPhones selbst speist. Grundsätzlich ist es auch möglich Daten manuell einzugeben. Das ist aber nicht Sinn der Sache. Ein Pluspunkt: In den Einstellungen lässt sich sehr genau festlegen, welche Daten gesammelt werden dürfen. Apple untersagt Entwicklern zudem die Datenweitergabe zu Werbezwecken.

screenshot: standard/riegler
Health App: theoretisch viele Möglichkeiten, praktisch noch nichts los.

Ein Feature, das in der Health App ebenfalls schon aktiviert werden kann, ist der Notfallpass. Hier können Kontaktpersonen sowie Informationen zu Medikation und Allergien eingetragen werden, die Helfer im Notfall vom Sperrbildschirm aus ohne Code abrufen können. Nur muss man erst wissen, wie man zum Notfallpass gelangt: So muss man am Sperrbildschirm erst auf "Notfall" klicken und von dort auf "Notfallpass". Da ist es wohl sicherer, diese Daten weiterhin in der Geldbörse mitzuführen.

Sicherheit

Apple hat auch einige Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Datenschutzes gesetzt. So kann Apps untersagt werden, dass sie im Hintergrund Standortdaten abfragen. In den Einstellungen wird unter Datenschutz/Ortungsdienste angezeigt, wann Apps diese Daten abgreifen. Dort kann man den Zugriff auch komplett verweigern oder nur dann gestatten, wenn die Anwendung aktiv genutzt wird.

Für Sprach- und Videonachrichten kann in den Einstellungen der Nachrichten festgelegt werden, dass sie nach dem Senden beziehungsweise Anhören aus dem Konversationsverlauf gelöscht werden sollen. Allerdings lassen sich hier wahlweise nur zwei Minuten auswählen oder "nie".

Zudem können Eltern durch die neue Familienfreigabe festsetzen, dass ihre Kinder um Erlaubnis fragen müssen, wenn sie etwas im App Store oder iTunes Store kaufen wollen. Die Anfrage landet direkt am iPhone der Eltern und kann dort bestätigt oder abgelehnt werden.

Allerdings ist es, wie ein Sicherheitsforscher demonstriert hat, mit entsprechender Software noch immer möglich, bestimmte Userdaten und Fotos über iOS 8 abzugreifen. Hier muss Apple noch nachbessern.

Fazit

Apple hat mit iPhone 6 und 6 Plus eine sehr gute neue Smartphone-Generation auf den Markt gebracht. Display, Performance, Kamera und Verarbeitung der Geräte sind hervorragend. Details wie die hervorstehende Kamera und der nur mit Apple Pay kompatible NFC-Chip sind ärgerlich. iOS 8 bringt viele gute Neuerungen, auch für ältere iPhone-Modelle. Die zunehmende Komplexität schadet aber der Benutzerfreundlichkeit.

In vielen Details holt Apple wie schon öfter zu Funktionalitäten der Android- und Windows-Phone-Konkurrenz auf. Das Gesamtpaket aus Hardware, überarbeitetem Betriebssystem und dem umfangreichen Angebot an Apps macht die neuen iPhones jedoch zu zwei der besten Smartphones auf dem Markt. Üppig fällt wie immer der Preis aus. Das iPhone 6 gibt es ab 699 Euro, das 6 Plus fängt bei 799 Euro an. In Österreich sind sie bei allen Mobilfunkern ab Freitag erhältlich. (Birgit Riegler, derStandard.at, 25.9.2014)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Testgeräte wurden der Redaktion für einen begrenzten Zeitraum von Apple und T-Mobile zur Verfügung gestellt.

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