Netflix: Das volle US-Angebot auch in Österreich nutzen

29. September 2014, 10:00
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Per VPN gibt es Zugriff auf wesentlich mehr Filme und Serien, als hierzulande bislang angeboten werden

Vor kurzem ist der Video-Streaming-Service Netflix in Österreich an den Start gegangen. Wohl nicht zuletzt dank eines kostenlosen Probemonats hat sich mittlerweile so mancher heimische Nutzer mit dem Angebot vertraut gemacht - und dabei festgestellt, dass dies im Vergleich zu den USA wesentlich weniger umfangreich ausgefallen ist.

Rechtemurks

Der Grund dafür ist einfach: Für alle Inhalte, für die Netflix nicht selbst die Rechte besitzt - also etwa eigenproduzierte Serien - muss der Streaming-Service pro Land oder Region neue Rechteverhandlungen führen. Die Absurditäten des alten Regionalsystems werden also auch im Videostreaming-Zeitalter fortgeschrieben. Eine Begrenzung, die sich allerdings leicht aushebeln lässt: Denn genaugenommen unterscheidet Netflix nicht zwischen Accounts in verschiedenen Ländern. Welches Film- und Serienangebot dargestellt wird, hängt allein davon ab, in welchem Land man sich gerade aufhält - oder genaugenommen, wo Netflix anhand der eigenen IP-Adresse annimmt, dass man sich befindet.

VPN: On

Und genau dieser Mechanismus lässt sich dazu nutzen, um das Netflix-Angebot auszuweiten. Wer sich mit einem US-amerikanischen VPN verbindet, und dann Netflix aufruft, bekommt eine wesentlich umfangreichere Film- und Serienauswahl präsentiert. In einem Test funktionierte auch die Wiedergabe am Desktop-Computer reibungslos.

Voraussetzung ist freilich ein ausreichend dimensionierter VPN-Zugang, sonst leidet die Wiedergabequalität erheblich. Die größte Hürde ist für viele wohl die Konfiguration des VPN-Zugangs, wobei es mittlerweile auch für mobile Geräte meist recht einfache Anleitungen gibt. Eine Ausnahme bildet Googles Chromecast: Da dieses keine Konfigurationsmöglichkeiten für die Netzwerkverbindung kennt, muss der VPN schon am Router aktiviert werden, um das US-Netflixprogramm nutzen zu können.

Alternativen

Ähnliche Ergebnisse wie mit einem VPN lassen sich auch mithilfe eines Proxy erreichen, alternativ können auch die Einträge für die DNS-Server am eigenen Rechner oder mobilen Gerät verändert werden. Recht komfortabel mach all dies etwa der Hola Unblocker möglich, bei dem aus dem Browser heraus schnell zwischen mehreren Regionen - und deren jeweiligem Netflix-Angebot - gewechselt werden kann.

Sprachverwirrungen

Ein wichtiger Hinweis: Logischerweise stehen auf diesem Weg meist nur die englischsprachigen Versionen von Filmen und Serien zur Verfügung. Da sich aber ohnehin durch Deaktivierung des VPN / Proxys oder der veränderten DNS-Einträge schnell wieder auf das österreichische Netflix-Angebot wechseln lässt, sollte dies keine signifikante Einschränkung bedeuten.

Unfrieden

Übrigens sind solche Tricks natürlich auch der Content-Industrie durchaus bewusst - und ein Dorn im Auge. So wurde erst vor wenigen Tagen wieder einmal aus den Reihen der Rechteverwerter gefordert, dass Netflix VPN-Zugriffe generell blockieren soll. Damit würde man freilich auch Nutzer von ihrem Netflix-Zugang aussperren, die sich gerade auf Reisen befinden ... (apo, derStandard.at, 23.9.2014)

  • Mit einem Trick lässt sich das Angebot auf Netflix deutlich erweitern.
    foto: elise amendola / ap

    Mit einem Trick lässt sich das Angebot auf Netflix deutlich erweitern.

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