Nach Vorarlberg-Wahl: Erstes Abtasten zwischen ÖVP und FPÖ

23. September 2014, 14:41
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Keine Auskunft über Inhalte - Wallner: "vernünftige Gesprächsatmosphäre"

Bregenz/Wien - Die Vorarlberger ÖVP hat am Dienstag die Sondierungsgespräche mit den anderen Parteien für eine mögliche Regierungszusammenarbeit aufgenommen. Erster Gesprächspartner war die FPÖ als zweitstärkste Gruppierung bei der Landtagswahl. Über die Inhalte der Unterredung gab es allerdings keine Auskunft. ÖVP-Parteichef Markus Wallner betonte, dass es mit FPÖ, Grünen und SPÖ drei Optionen gebe.

Sowohl Wallner als auch Egger sprachen nach dem mehr als eineinhalbstündigen Treffen von einer "vernünftigen Atmosphäre" (Wallner) bzw. von "guter Stimmung" (Egger). Ob es eine weitere Gesprächsrunde mit den Freiheitlichen geben werden, "das werden wir sehen", sagte Egger. Weitere Aussagen machte er nicht.

Personalpaket noch nicht diskutiert

Wallner erklärte, man habe sich ausreichend Zeit genommen, um verschiedene Inhalte zu besprechen und Gemeinsamkeiten sowie Differenzen auszuloten. Ein allfälliges Personalpaket sei nicht diskutiert worden. Nun folgten die Gespräche mit den Grünen, dann "werden wir uns überlegen, wie es weitergeht", so der Landeshauptmann. Es sei aber noch zu früh, in eine Richtung zu tendieren, auch eine Koalition mit der SPÖ sei weiter möglich.

Das Gespräch der ÖVP mit den Grünen begann gegen 12.20 Uhr. Grünen-Chef Johannes Rauch sagte, man gehe "mit einem guten Wahlergebnis und absolut gestärkt in die Sondierung".

Auch nach Gespräch mit Grünen noch "keine Tendenz"

Auch nach dem zweiten Sondierungsgespräch - dieses Mal mit den Grünen - gab es bei ÖVP-Chef und Wallner "noch keine Tendenz" in Sachen Koalitionsverhandlungen. Man werde sich wohl mit Freiheitlichen und Grünen noch einmal tiefer unterhalten müssen, so Wallner. Grünen-Chef Johannes Rauch ging davon aus, von seiner Partei das Verhandlungsmandat zu erhalten.

Sowohl Wallner als auch Rauch erklärten, dass man "in sehr offener Atmosphäre" Vorstellungen ausgetauscht sowie Gemeinsamkeiten und Knackpunkte ausgelotet habe. Rauch sagte, man werde nun parteiintern beraten, "wie wir damit umgehen". Am Abend werde der Parteivorstand in Dornbirn zusammenkommen. Er rechne damit, dass er dabei mit einem Verhandlungsmandat ausgestattet werde, "falls wir eine Einladung der ÖVP bekommen".

Für eine Entscheidung sei es noch zu früh, sagte Wallner. Es werde wohl erst in den nächsten Tagen soweit sein. Weitere Termine habe man bisher mit keiner der anderen Parteien vereinbart, es werde aber sicher "diese Woche weitergehen", so der Regierungschef. Dass mit den Grünen insbesondere Verkehrsthemen einen Streitpunkt darstellen könnten, verhehlte Wallner nicht: "Dass das weiter zur Sprache kommt, ist klar".(APA, 23.9.2014)

  • Landeshauptmann Markus Wallner will sich vorerst nicht in die Karten blicken lassen
    foto: apa/dietmar stiplovsek

    Landeshauptmann Markus Wallner will sich vorerst nicht in die Karten blicken lassen

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