Faymann im ORF-"Sommergespräch": Solidaritätsschnitzel im Zirkus

23. September 2014, 12:14
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Der beliebte Zirkusdirektor Peter Resetarits erinnerte den Magier an ein Versprechen

Es war die letzte Vorstellung im Sommerzirkus des ORF, und Magier Werner Faymann - im Kantinenwagen nannte man ihn den "Kanzler" - war auf seinen Auftritt gut vorbereitet. Was für ein Sommer! Entfesselungskünstler Michael, mit dem er oft gemeinsam aufgetreten war, hatte den Zirkus verlassen, und Kunstreiter Django drohte Magier Werner in den Schatten zu stellen.

Aber der zeigte, was er kann, etwa beim oberösterreichischen Hütchenspiel, bei dem er rote Frauen in rote Männchen verwandelte, dass dem Publikum der Mund offenblieb. Oder bei der "großen Geste", mit der man Zuseher von einem Trick ablenkt. Er machte diese mit seiner Stimme - in imposanter Lautstärke. Dem Messerwerfer H.-C., der zuletzt monierte, er werde im Zirkus ausgegrenzt, zeigte der Magier die kalte Schulter. Er? Mit einem schmierigen Kleinkünstler, der andere bewusst in Gefahr bringt? Niemals! Der arbeite nicht einmal mit eigener Choreografie. Ein gewisser Kickl bestimme abseits der Manege.

Der beliebte Zirkusdirektor Peter Resetarits, der sich im Land umhörte, was die Leute bewegt - rund 300 hatte er schon gefragt -, erinnerte den Magier an ein Versprechen - den Trick, mit dem er mehr Geld anschaffen wollte: teure Tickets für Millionäre, Erleichterung für den Rest? Das geht? Werner glaubt ja. Milliarden seien da zu holen. Er werde sogar Django davon überzeugen.

Ein Schweinebauer im Publikum wollte aber gleich Hilfe. Er könne nicht zaubern und seine für Russland bestimmten, daheimgebliebenen Schweine in Geld verwandeln. Magier Werner versprach, im Kantinenwagen für Solidaritätsschnitzel zu kämpfen. Die Äpfel haben dort ohnehin schon alle satt. (Colette M. Schmidt, derStandard.at, 23.9.2014)

  • Werner Faymann bei Peter Resetarits.
    foto: apa/neubauer

    Werner Faymann bei Peter Resetarits.

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