Argentinien-Blog: Die Erde atmen hören

Ansichtssache23. September 2014, 15:54
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Um fünf Uhr früh startete die Busreise von Ushuaia Richtung Rio Gallegos und von dort weiter nach El Calafate. Auf dem Weg durch die steppenähnliche Landschaft Patagoniens musste die chilenische Grenze zweimal passiert werden. Auf diesem kurzen Abschnitt befindet sich die Magellanstraße, die den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean verbindet. Nachts angekommen an der Busstation suchte ich nach meinem gebuchten Hotel, wohin mich einige streuende Hunde begleitet haben.

El Calafate ist eine Stadt mit 22.000 Einwohnern, die am Lago Argentino liegt. Sie beherbergt das größte UNESCO-Weltkulturerbe, den Gletscher Perito Moreno im Nationalpark Los Glaciares. Obwohl ich schon in der Antarktis einige Gletscher gesehen hatte, war ich von diesem Naturschauspiel mehr als nur beeindruckt.

Donnernde Geräusche

Als Eisbrocken von dem Gletscher abbrachen, donnerte es, als würde ein Gewitter aufziehen, und das abgebrochene Stück, das in den Lago Argentino fiel, verursachte eine bemerkenswerte Flutwelle. Teilweise kam dieses donnernde Geräusch aber auch nur durch Bewegungen im Inneren des Gletschers zustande. Ein Kolumbianer beschrieb mir dieses Spektakel mit den treffenden Worten: "You can hear the earth breathe."

Hin und wieder kam es zu Stromausfällen in der gesamten Stadt. Von meinem Hoteleingang aus konnte ich beobachten, wie in der Stadt vereinzelt Notlichter eingeschaltet wurden. "So ein Stromausfall kann schon mal 30 Minuten dauern und ist für uns nichts Außergewöhnliches", meinte eine Einheimische. In der Hauptstraße Avenida del Libertador findet man die meisten Restaurants, Geschäfte sowie Reisebüros, über die man Gletschertouren buchen konnte.

Steile Granitberge, Fotos ohne Filter

Danach besuchte ich für drei Tage das 300-Einwohner-Dorf El Chalten, das bekannt ist für seine schönen Wanderrouten und vor allem wegen der beiden steilen Granitberge Fitz Roy und Cerro Torre. Als ich dort war, war es Herbst, und ich konnte die Umgebung von ihrer schönsten Seite einfangen, meine Bilder sind ohne Filter bzw. Nachbearbeitung entstanden.

Die meiste Zeit war ich allein unterwegs zum Fitz Roy, was ich sehr genoss, da auf meiner Südamerika-Reise ständig fremde Menschen um mich waren, speziell in Hostels oder auf Touren. Nur hier und da kamen mir Wanderer entgegen und grüßten mich mit einem freundlichen "Hola". (David Dukaric, derStandard.at, 23.9.2014)

foto: david dukaric

Warten auf die Fähre in Chile, um die Magellanstraße zu überqueren.

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foto: david dukaric

Obwohl es nicht regnete, konnte ich während der Wartezeit diesen wunderschönen Regenbogen einfangen.

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foto: david dukaric

Grenzübergang zwischen Argentinien und Chile. Trotz Pass- und Gepäckkontrolle konnten wir unsere Fahrt rasch fortsetzen.

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foto: david dukaric

Frühmorgens konnte man Vögel beim Verzehr von Insekten beobachten (Schwarzzügelibis).

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foto: david dukaric

Auf dem Weg zum Park Nacional Los Glaciares bzw. zum Perito Moreno.

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foto: david dukaric

Der 30 Kilometer lange Perito Moreno mit bereits abgefallenen Eisbrocken, die im See schwimmen.

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foto: david dukaric

Gespannt warteten und beobachteten viele Besucher die 60 Meter hohe Eiswand, um das Donnern und Krachen eines fallenden Eisbrockens zu erleben.

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foto: david dukaric

Viele Souvenirgeschäfte luden zum Einkaufen ein, es empfiehlt sich aber, die Preise zu vergleichen.

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foto: david dukaric

In der Bar Borges y Alvarez konnte man, während man eine Tasse Matetee trank, Bücher ausborgen.

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foto: david dukaric

Mit dem Bus ging es für zwei Tage ins 215 Kilometer entfernte El Chalten.

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foto: david dukaric

Das Wetter bei der Tageswanderung zum See Laguna de los Tres auf ca. 1.200 Meter Seehöhe spielte größtenteils mit ...

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foto: david dukaric

... und ich konnte einige schöne Herbstfotos schießen.

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foto: david dukaric

Der letzte Abschnitt der Wandertour war besonders anstrengend ...

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foto: david dukaric

... verschwitzt angekommen, wechselte ich wie die meisten Besucher mein Shirt, da es kühl und windig geworden war. Vom Aussichtspunkt aus konnte man die bedeckte Spitze des Berges und die Gletscher sowie berstende Eisbrocken beobachten.

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foto: david dukaric

Ausblick auf den zurückgelegten Weg sowie den Rio Blanco.

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foto: david dukaric

Auf dem Rückweg zum Hostel hatten einige ihre Zelte aufgeschlagen und die Nacht im Freien verbracht.

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foto: david dukaric

Wieder zurück in El Calafate besuchte ich die Laguna Nimez ...

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foto: david dukaric

... das eingezäunte Vogelschutzgebiet kann für fünf US-Dollar besucht werden.

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foto: david dukaric

Pferde in der Obhut von zwei Hunden und einem kleinen Jungen.

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foto: david dukaric

Die Flamingos konnte man vom Strand aus gut beobachten. Dafür musste man keinen Eintritt bezahlen.

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foto: david dukaric

Ein Fensterplatz im Flugzeug zahlt sich nicht nur wegen des Blicks auf den türkisfarbenen Lago Argentino und die Stadt El Calafate aus, sondern auch wegen des Ausblicks auf den Perito Moreno.

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