Wirtschaftskammer und AK fordern mehr Information für Patienten

22. September 2014, 15:36
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"Unübersichtlicher Dschungel" an Gesundheitseinrichtungen soll gelichtet werden - Etwa mithilfe eines Online-Portals und mehr Erstberatung

Wien - Die Wirtschaftskammer, die Arbeiterkammer Niederösterreich sowie die niederösterreichische Patientenanwaltschaft wollen im Gesundheitssystem mehr Information und Transparenz für Patienten schaffen. Unter anderem schlägt das gemeinsam erarbeitete Konzept "Gesundheit 2020 - Patienten im Mittelpunkt" die Schaffung eines Online-Patientenportales vor, wie es am Montag bei einer Pressekonferenz hieß.

Das Konzept, das bereits im Vorjahr erstmals vorgestellt wurde, sei nun weiterentwickelt worden, erklärte am Montag Martin Gleitsmann, Leiter der WKÖ-Abteilung Gesundheits- und Sozialpolitik bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem niederösterreichischen Patienten- und Pflegeanwalt Gerald Bachinger und dem Leiter der Abteilung Gesundheitswesen in der AK NÖ, Bernhard Rupp.

Unübersichtlicher Dschungel?

"Der Patient kann in Österreich zwar frei Gesundheitseinrichtungen wählen, sieht sich dabei jedoch einem unübersichtlichen Dschungel gegenüber. In unserem Gesundheitssystem arbeiten viele Akteure oft nebeneinander und wenig miteinander - das geht häufig zu Lasten der Patienten." Außerdem sei dies mit höheren Kosten, Doppelverschreibungen oder "mehrfachen Untersuchungen ohne Mehrwert" verbunden, so Gleitsmann laut Aussendung der WKÖ. Hier müsse Abhilfe geschaffen werden - "einerseits durch bessere Information der Patienten, andererseits durch mehr Transparenz im System".

Die Einrichtung eines Online-Portales solle der Einholung von "willkürlicher Informationen" aus dem Internet entgegenwirken. Dieses Tool solle "objektivierte Angaben über Leistungen, Aus-, Weiter- und Spezialausbildungen und insbesondere auch die Qualität des Anbieters" enthalten, wie WKÖ, AK und Patientenanwaltschaft ausführten.

Auf die richtige Ebene

Ein "weiterer wichtiger Schritt" zu einer "maßgeschneiderten Patienteninformation" wäre eine telefon- und webbasierten Erstberatungsservice, an dieser werde im Zuge der Gesundheitsreform bereits gearbeitet. Der Patient solle so auf die richtige Versorgungsebene geleitet werden. Ähnliche Angebote gebe es etwa bereits in der Schweiz. Außerdem verlangen die Kammern und der Patientenanwalt, dass es für Ärzte Schulungen hinsichtlich einer für die Patienten verständlichen Kommunikation geben sollte.

Klar positiv stehen WKÖ, AK-NÖ und Patientenanwaltschaft der Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) gegenüber. Diese müsse "möglichst rasch umgesetzt werden". Denn die damit geschaffene Transparenz sei "ganz zentral für verbesserte Qualität im Gesundheitswesen und eine Voraussetzung für die Gesundheitsreform". (APA, 22.9.2014)

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