Hotelkette ermöglicht Urlaub in der virtuellen Realität

23. September 2014, 05:30
21 Postings

Marriott-Hotels realisieren aufwändiges Tech-Experiment mit Filmfirma - Kurztrip nach Maui oder London im "Teleporter"

2014 ist ein wichtiges Jahr für die VR-Technologie. Die von Oculus eingeleitete Renaissance zieht zunehmend das Interesse größerer Unternehmen auf sich, die darin Potenzial sehen, das sich nicht nur auf Videospiele beschränkt. Eines davon ist die Hotelkette Marriott, die mit einer Tech-Offensive wieder für jüngere Kundschaft attraktiver werden will.

Teil dieser Offensive ist ein aufwändiger VR-Teleporter, für dessen Umsetzung die Firma Framestore verantwortlich zeichnet.

Virtueller Strandurlaub

Der "Teleporter" schickt den Nutzer von seinem Standort zu einem Strandidyll auf Maui. Rund 100 Sekunden dauert das Erlebnis, in dem freie Rundumsicht geboten wird und das ein unerreichtes Level an Immersion bieten soll. Wired hatte die Gelegenheit, den virtuellen Urlaubstrip zu testen.

Es ist nicht das erste VR-Projekt von Framestore. Basierend auf dem Serienhit "Game of Thrones" hat das Studio in diesem Jahr bereits "Ascend the Wall" realisiert, eine virtuelle Fahrt mit dem Seilwindenaufzug auf die riesige Eismauer, die den Großteil des Kontinents Westeros vor den Gefahren aus dem hohen Norden schützen soll. Das Unternehmen war auch verantwortlich für die dramatische 13-minütige Anfangssequenz des Weltraum-Kinodramas "Gravity".

Pionierarbeit

Bei Marriott hat man damit begonnen, die eigenen Hotels zusehends auch in elektronische Social Hubs zu verwandeln. Der VR-Ausflug in tropische Gefilde soll Besuchern nun einen tiefen Eindruck davon geben, worum es beim Reisen eigentlich geht. Jetzt, wo die Technologie endlich zugänglich werde, wolle man als Erster vorpreschen, so Marketingvize Michael Dail.

Trotzdem, meint Framestores Kreativchef Mike Woods, sei man noch am Anfang der Entwicklung. Aus diesem Grunde bewegt sich der Besucher des Teleporter nicht selbst, aber kann sich während der Reise entlang eines vorgegebenen Pfads nach Belieben umsehen. Das Erlebnis grafisch glaubhaft – schon leichte Verzerrungen könnten den Eindruck nachhaltig trüben – zu transportieren benötigte drei Monate an Arbeit.

Schwierige Umsetzung

Während die erste Destination – eine Aussichtsplattform am Londoner Wolkenkratzer "Tower 42" – aufgrund des statischen Setups relativ leicht zu realisieren war, gestaltete sich die bewegte Reise in Strand und Wald deutlich komplizierter. Mithilfe der "Red Epic Dragon"-Kamera nahm man genug Material auf, um 360-Grad Rundumsicht gewährleisten zu können, und baute die Aufnahmen teils händisch zusammen.

Um das Erlebnis nicht zu trüben, wird der visuelle Content dem Besucher in 8K-Auflösung dargeboten. Pneumatische Pumpen, Wasserspray-Düsen, Geruchsspender und andere Hilfsmittel sorgen beim fertigen Teleporter zusätzlich für Immersion. Entsprechend bemessen ist auch die Rechenpower hinter dem Projekt, der hauptsächlich zuständige Rechner ist etwa mit 32 GB Arbeitsspeicher bestückt.

Teleporter auf Reisen

Seit einigen Tagen steht der virtuelle Maui-Trip Besuchern des Marriott-Hotel in New York zur Verfügung und geht in Kürze auf eine Acht-Städte-Tour. Dail sieht darin einen "Türöffner" für andere VR-Applikationen, etwa die Ausbildung von eigenem Personal oder die Zukunft des In-Room-Entertainments. (gpi, derStandard.at, 24.9.2014)

  • In diesen VR-Kabinen laden die Marriott-Hotels zum Kurztrip nach London oder Maui.
    foto: marriott hotels

    In diesen VR-Kabinen laden die Marriott-Hotels zum Kurztrip nach London oder Maui.

  • Artikelbild
    foto: marriott hotels
Share if you care.