Google+-Zwang für Gmail-Nutzer aufgehoben

22. September 2014, 11:32
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Wer den Webmail-Dienst nutzen möchte, muss dem sozialen Netzwerk nicht beitreten

Google hat den Zwang zu Google+ teilweise aufgehoben. Wer den Webmail-Dienst Gmail nutzen möchte, erhält nun nicht mehr automatisch auch ein Profil bei dem sozialen Netzwerk. Die Änderung scheint bereits vor einigen Wochen erfolgt zu sein, entdeckt wurde sie erst jetzt.

Kritik an Verzahnung

Seit dem Start von Google+ im Jahr 2011 hat das Unternehmen seine Dienste sukzessive enger damit verzahnt. So wird für das Kommentieren von YouTube-Videos und das Bewerten von Android-Apps im Play Store ein öffentliches Profil vorausgesetzt. Vor allem die Umstellung des YouTube-Kommentarsystems hatte für Kritik gesorgt.

Gmail ohne Google+

Nun lockert das Unternehmen die Verknüpfung seiner Dienste zumindest teilweise wieder. Wer ein neues Gmail-Konto erstellt, kann beim Einrichten eines Google+-Profils auch "Nein danke" wählen. Gegenüber dem Blog WordStream bestätigte ein Google-Sprecher, dass das bereits seit Anfang September möglich ist.

Spekulationen

Die Entscheidung heizt nun Spekulationen an, dass Google das soziale Netzwerk wieder aufgeben könnte. Derartige Gerüchte darum waren zuletzt aufgekeimt, als Google+-Chef Vic Gundotra den Konzern im April 2014 verlassen hatte.

Nutzerzahlen

Aktuelle Nutzerzahlen sind nicht bekannt. Die letzten offiziellen Angaben stammen von Oktober 2013. Damals zählte Google 300 Millionen Google+-Mitglieder, die den Social-Network-Stream aktiv nutzen. Im Mai 2013 waren es erst 190 Millionen. Sofern sich das Wachstum seither entsprechend fortgesetzt hat, dürften die Userzahlen stark gestiegen sein. Eine Einstellung des Netzwerks ist aus derzeitiger Sicht unwahrscheinlich. (red, derStandard.at, 22.9.2014)

  • Ein Gmail-Account kann nun ohne Google+-Konto angemeldet werden.
    screenshot: wordstream

    Ein Gmail-Account kann nun ohne Google+-Konto angemeldet werden.

  • Die Änderung treibt Spekulationen über die Zukunft von Google+ an.
    screenshot: red

    Die Änderung treibt Spekulationen über die Zukunft von Google+ an.

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