ÖVP verlor vor allem an Grün und Blau

21. September 2014, 19:43
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Wie sich das Wahlverhalten der Vorarlberger geändert hat

Für die Wahlforscher war es schon am frühen Nachmittag klar, dass die ÖVP ihre absolute Mehrheit verlieren, dass aber das Ausmaß überschaubar bleiben würde. In den Wochen vor der Wahl hatten einige Prognosen der Volkspartei ja auch ein Abrutschen unter die optisch wichtige Marke von 40 Prozent in Aussicht gestellt.

Wahltagsbefragungen für den ORF zeigen: Die verbliebene schwarze Kernwählerschicht war schon früh entschlossen, diesmal wieder ÖVP zu wählen. Aber es dürfte der ÖVP schwergefallen sein, jene Wahlberechtigten anzusprechen, die keine traditionelle Bindung an die Partei haben. Wieder einmal zeigte sich auch, dass die FPÖ überwiegend (vor allem jüngere) Männer ansprechen konnte. Die Grünen – und auch die SPÖ – konnten überwiegend weibliche Wählerinnen mobilisieren.

Bei den Älteren ist die ÖVP noch immer die klare Nummer eins:

Laut Analyse der bedeutendsten Wählerströme durch Sora konnten ÖVP und Grüne je zwei von drei Wählern der vergangenen Landtagswahl wiedergewinnen - die Grünen aber haben neue Wähler (allein 9.000 frühere Wähler der Schwarzen) dazugewonnen, während die ÖVP Wähler verloren hat. Und zwar nicht nur an die Grünen - etwa 10.000 ehemals schwarze Stimmen landeten diesmal bei den Blauen (von wo andererseits aber auch 4.000 Stimmen zur ÖVP wanderten), 3.000 bei den Neos, 5.000 bei den Nichtwählern.

Die FPÖ hat nur 57 Prozent ihrer Wähler von 2009 halten können, 9.000 frühere Wähler der Freiheitlichen sind daheimgeblieben, 4.000 sind zur ÖVP, 3.000 zu den Grünen und je 1.000 zu SPÖ und Neos gewandert. In der Neos-Wählerschaft finden sich 5.000 ehemalige Nichtwähler und die erwähnten 3.000 früheren ÖVP-Anhänger. Hier alle Bewegungen im Detail:

Die Wahltagsbefragung deutet darauf hin, dass die ÖVP vor allem jene ansprechen konnte, die mit der Entwicklung im Land zufrieden sind: So erreicht die ÖVP in der Gruppe derer, die eine positive Entwicklung Vorarlbergs sehen, 63 Prozent, die FPÖ aber nur zehn Prozent. (Conrad Seidl, Günther Oswald, Markus Hametner, derStandard.at, 21.9.2014)

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