Deutscher BND wollte im Krisenfall nach Spanien fliehen

21. September 2014, 15:48
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Historiker präsentierte Pläne aus Zeit des Kalten Kriegs

Hamburg - Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) hat im Kalten Krieg konkrete Vorbereitungen für eine Verlegung ins Ausland im Konfliktfall getroffen. Im Jahr 1947 habe BND-Gründer Reinhard Gehlen zunächst mit der Schweiz über ein Ausweichquartier verhandelt, zitierte der "Spiegel" am Sonntag im Vorausbericht aus einem Buch des offiziellen BND-Historikers Bodo Hechelhammer.

Ein Jahr später habe Gehlen während der Berlin-Blockade die Flucht des deutschen Auslandsgeheimdiensts nach Spanien geplant: Dort sicherte sich der BND dem Historiker zufolge zwei Landgüter 170 Kilometer südlich von Madrid für die Ersatzzentrale "El Doctor". 1953 dann wollten sich Gehlen und seine Leute im Notfall der CIA anschließen und ihre Ehefrauen mit Kindern in die USA schicken.

Unter den SPD-Kanzlern Willy Brandt (1969 bis 1974) und Helmut Schmidt (1974 bis 1982) habe der BND schließlich eine Flucht innerhalb Deutschlands vorbereitet. Im Falle eines Krieges hätte sich der BND von der Zentrale in Pullach bei München nach Achern bei Baden-Baden zurückgezogen. (APA, 21.9.2014)

  • Die neue Zentrale des BND in Berlin.
    foto: reuters/fsoeren stache/pool

    Die neue Zentrale des BND in Berlin.

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