Land der Keller

Blog mit Video21. September 2014, 16:52
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Das Untergeschoß als Metapher

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Nazi-Nostalgiker im Keller. Die Rolle des Kellers in der österreichischen Nationalkultur. Der Keller als Metapher. Österreich ist ja mit dem Keller verbunden, wird assoziiert mit ihm, auf der ganzen Welt. Seit den Fällen Priklopil und Fritzl, doch der Horrorkeller ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Österreich und seine Keller, das ist ja ein Breitenphänomen. Die Heimeligkeit der kleinen Räume, die der Kellermensch durch Holztäfelungen und Zeugs, mit denen er den Keller vollzuräumen pflegt, noch künstlich und zielstrebig verkleinert, eine Enge, die er gemütlich nennt, der Kellermensch, eine Verengung, die er als Aufgehobenheit empfindet, als geliebte Höhle, in der er seine Blicke schult, dem Tunnelblick ähnlich, den Kellerblick. Das Verdruckste, Unsichere, das sich in die Sicherheit des Bunkers flüchtet, vor der Bedrohlichkeit einer Welt, der Fremde, des Lichts. Das steckt da drinnen in den Kellern dieses Landes, des Landes der Keller. (Robert Misik, derStandard.at, 21.9.2014)

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