Start-up plant Abschleppdienst im Orbit 

21. September 2014, 13:37
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Geht es nach einem israelischen Start-up sollen die ersten Rettungssatelliten Ende 2016 oder Anfang 2017 ihren Dienst aufnehmen

Tel Aviv - Ein israelisches Start-up-Unternehmen will in gut zwei Jahren einen Abschleppdienst im Orbit starten. Die Mikrosatelliten der Firma Effective Space Solutions sollen die Nutzdauer von Kommunikationssatelliten verlängern und insbesondere zur Positionskorrektur bei künstlichen Trabanten eingesetzt werden, die auf die schiefe Bahn geraten sind.

Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Sonntag berichtet, sollen die ersten Rettungssatelliten Ende 2016 oder Anfang 2017 ihren Dienst aufnehmen. Gründer der Spezialfirma ist der Experte Arie Halsband, der seit Jahrzehnten für die israelische Rüstungsindustrie Raumfahrtprojekte gemanagt hat und von 2006 bis 2011 die Satellitensparte des größten israelischen Luftfahrtunternehmens IAI leitete. Mit Risikokapital entwickelte das Start-up seinen "DeOrbiter" genannten Abschleppsatelliten bis zur Produktionsreife. Dieser wiegt beim Start nur 250 Kilogramm, etwa ein Zehntel der meisten Telekommunikationssatelliten.

Die Mikrosatelliten sollen huckepack mit größeren Geräten ins All transportiert werden und danach jeweils acht bis 20 anderen künstlichen Erdtrabanten Hilfsdienste leisten. So bot Halsband Ende August den Betreibern des europäischen Navigationssystems Galileo ihre künftigen Dienste an, nachdem zwei Satelliten aufgrund eines Defekts der Trägerrakete in einer viel zu niedrigen Umlaufbahn ausgesetzt wurden. Die Israelis sind überzeugt, dass sie die falsch geparkten Satelliten zu ihrer geplanten geostationären Position bugsieren könnten.

Kommerzieller Erfolg

Die Idee, Rettungsdienste im All anzubieten, wird seit der Jahrtausendwende auch in anderen Ländern erforscht; eine kommerziellen Erfolg versprechende Lösung kam dabei aber noch nicht heraus.

Wirtschaftliche Grundlage des israelischen Ansatzes soll sein, dass jeder DeOrbiter einer größeren Zahl von Satelliten die Lebensdauer verlängern kann, was für die Betreiber enorm profitabel wäre. Diese müssen nämlich bis zum Ende der erwarteten Satellitenlebensdauer eine bestimmte Menge Eigentreibstoff in Reserve halten, um damit den von der UNO vorgeschriebenen "Junk-Orbit" - eine Art Friedhof für ausgediente Geräte - erreichen zu können.

Derzeit umkreisen laut Halsband 300 zivil genutzte Satelliten die Erde in geostationären Bahnen; rund 20 erreichen jedes Jahr das Ende ihrer Einsatzzeit. Wenn seine Firma den Kommunikationssatelliten hilft, ihre Funktionszeit um neun bis zwölf Monate zu Verlängern, bevor sie den erdferneren Friedhof im All ansteuern müssen, erziele die Branche jährlich rund 3,5 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) Mehreinnahmen, hat der Weltraummanager errechnet. (APA, 21.9.2014)

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