Hinweise auf Pläne für Anschlag im Vatikan

20. September 2014, 13:02
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Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen im Vatikan - Papst-Besuch in Albanien

Vatikanstadt/Rom - Die italienischen Behörden haben einem Zeitungsbericht zufolge Hinweise auf Pläne für einen Anschlag im Vatikan erhalten. Die Tageszeitung "Il Messaggero" berichtete am Samstag, ein ausländischer Geheimdienst habe ein Gespräch zwischen zwei Arabisch sprechenden Männern abgefangen, in dem von einer "überzeugenden Tat am Mittwoch im Vatikan" die Rede gewesen sei.

In der zurückliegenden Woche seien die italienischen Behörden darüber informiert worden. Diese wiederum hätten festgestellt, dass einer der Männer vor rund acht Monaten in Italien unterwegs gewesen sei.

Jeden Mittwoch findet regelmäßig die wöchentliche Generalaudienz des Papsts auf dem Petersplatz statt. Die Zeitung "La Repubblica" berichtete, sämtliche Hotels rund um den Vatikan würden nun verstärkt überwacht. Auf dem Petersplatz unterstützten demnach italienische Spezialkräfte mit Spürhunden die Polizei des Vatikan bei Sicherheitskontrollen.

In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Warnungen gegeben, Anhänger der im Irak und in Syrien aktiven Jihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) könnten einen Anschlag auf Papst Franziskus planen. Für die regelmäßigen Auftritte des 77-Jährigen an Sonntagen und jeden Mittwoch auf dem Petersplatz wurden daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen bereits erhöht.

Albanienbesuch

Am Sonntag wird das römisch-katholische Kirchenoberhaupt zu einem eintägigen Besuch in das mehrheitlich muslimische Albanien erwartet. Warnungen vor möglichen Gefahren während der Reise nahm der Vatikan zur Kenntnis, teilte jedoch mit, die vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen blieben unverändert. Es gebe keine Hinweise, um das Besuchsprogramm zu ändern, hatte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi schon am Montag gesagt.

Zuvor hatte der irakische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Habib Al-Sadr, davor gewarnt, dass die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) den Papst im Visier haben könnte. Genaue Hinweise gab der Diplomat in dem Zeitungsinterview jedoch nicht. "Der Papst ist ein Ziel, ein Anschlag würde für "IS" sehr medienwirksam sein", sagte er. Franziskus hatte das brutale Vorgehen der IS-Kämpfer im Irak und in Syrien mehrfach verurteilt. (APA, 20.9.2014)

  • Die Bewachung im Vatikan wurde verdoppelt.
    foto: reuters/bouys

    Die Bewachung im Vatikan wurde verdoppelt.

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