Friedvoller Alltag in einer auf den Kopf gestellten Welt

19. September 2014, 18:02
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1549 Fotografen aus 99 Ländern gingen der Frage nach, "wie Frieden aussieht"

"Normalerweise verbindet man mit Fotos, die Frieden symbolisieren, Bilder des Krieges, des Todes, verbrecherischer Gräuel." Unesco-Generalsekretär Eric Falt erinnerte so an Ikonen pazifistischer Reportagen von Robert Capa, Nick Ut oder Eddie Adams. Diesem pervertierten Bild des Friedens will der von der Photographischen Gesellschaft und Edition Lammerhuber initiierte, gemeinsam mit Unesco, IPI und der Republik Österreich veranstaltete, nach Nobelpreisträger Alfred Fried benannte "Photography Award" einen Kontrapunkt bieten.

1549 Fotografen aus 99 Ländern gingen der Frage nach, "wie Frieden aussieht". Aus 5271 Arbeiten wurde der 42-jährige russische Fotograf Emil Gataullin für "Richtung Horizont" prämiert. Anlässlich des Uno-Welt-Friedens-Tages fand der Festakt im Parlament unter Patronanz von Nationalratspräsidentin Doris Bures statt. In ihrer Laudatio nannte sie die Friedensbewegung als Initialzündung ihres politischen Engagements, IPI-Direktorin Alison Bethel-McKenzie mahnte an die aktuell verfolgten, vom Tod bedrohten Journalisten.

Gataullins Serie thematisiert den russischen Alltag und ist, gerade im Zeichen des Konflikts zwischen Ukraine, Russland und der EU, brisant. Der in Moskau Lebende gemahnte an die Interpretation unterschiedlicher Gesichter des Friedens, des Zusammenlebens und der Wichtigkeit von Verständnis, Freiheit und Toleranz. (auen, DER STANDARD, 20./21.9.2014)

  • Aus 5271 Arbeiten wurde der 42-jährige russische Fotograf Emil Gataullin für "Richtung Horizont" prämiert.
    foto: emil gataullin / ed. lammerhuber / a. fried award

    Aus 5271 Arbeiten wurde der 42-jährige russische Fotograf Emil Gataullin für "Richtung Horizont" prämiert.

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