Guardiola warnt vor Trainereffekt bei  HSV

19. September 2014, 15:51
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Hamburgs Neo-Coach Zinnbauer geht forsch ans Werk: "Wenn es nicht funktioniert, hole ich Spieler der U23"

Auch Pep Guardiola ist gespannt auf Josef "Joe" Zinnbauer. "Ich habe ihn noch nicht gesehen", sagte der Starcoach des FC Bayern vor dem ungleichen Duell mit dem Trainer-Aufsteiger der Woche, der am Samstag erstmals als Chef auf der Bank des Hamburger SV sitzen wird. Guardiola hat sich aber schlaugemacht. "Ich weiß, er hat mit der zweiten Mannschaft des HSV in dieser Saison immer gewonnen."

Der Spanier ließ extra zwei Partien der Hamburger Amateure analysieren, welche Zinnbauer an die Tabellenspitze der Regionalliga führte. Guardiola erinnerte auch an die oft positiven Effekte eines Trainerwechsels. Die Verunsicherung des HSV nach drei sieglosen Saisonspielen und die Last des letzten Tabellenplatzes könnte überlagert werden durch den Neubeginn. So habe auch Zinnbauers Vorgänger Mirko Slomka bei seinem Einstand gegen niemand Geringeren als Dortmund - noch dazu klar mit 3:0 - gewonnen.

Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer gestand: "Ich kann nicht sagen, dass uns die Trainer-Konstellation, die sich beim HSV ergeben hat, super gefällt." Aber sie ändere grundsätzlich nichts an der Marschroute des FC Bayern. "Wir werden eine Topleistung brauchen, aber die hätten wir auch ohne Trainerwechsel in Hamburg gebraucht", betonte Sammer. Zum Start des Münchner Oktoberfestes soll den Hamburgern - wie zuletzt meistens - das eine oder andere Tor eingeschenkt werden.

Personelle Veränderungen scheinen garantiert, allen voran Arjen Robben drängt zurück in die Startelf. Der Niederländer absolvierte beim 1:0 gegen Manchester City im der Champions League einen Kurzeinsatz. Die Debatten um seine zuletzt häufigen Systemumstellungen im Spielverlauf will Guardiola nicht führen. "Das System ist nicht wichtig", sagte er am Freitag abwiegelnd: "Es geht immer um die gleiche Idee, das dominierende Spiel." ÖFB-Star David Alaba startete gegen City links in der Dreierkette, agierte dann aber auch im Zentrum.

Die jüngere Bilanz des HSV gegen die Bayern ist desaströs: 1:4, 1:3, 2:9, 0:3, 1:1, 0:5, 0:6. Zinnbauer kündigte bereits an, sein Team auf einigen Positionen verändern. Die forsche Gangart des Slomka-Nachfolgers ist der erste auffällige Unterschied zum HSV der vergangenen Wochen. Zinnbauer will den Bundesliga-Dinosaurier, der nach drei Partien ans Tabellenende katapultiert wurde, vor allem mental aufrüsten. "Wir haben Qualität in der Mannschaft. Wir müssen sie nur gemeinsam auf den Platz bringen", forderte er.

Wer sich zurücklehnt, hat schon verloren. Weil der Schweizer Teamspieler Valon Behrami zum Ende der Trainingseinheit zu lasch ans Werk ging, verdonnerte Zinnbauer den Mittelfeldmann zum Zuschauen. Der 44-jährige Coach, selbst in der zweiten Liga für Mainz tätig, zeigt keinerlei Respekt vor großen Namen. "Wenn es nicht funktioniert, hole ich Spieler der U23. Das ist mir völlig egal." (APA, 19.,9.2014)

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