Niederösterreich: Biken im Rosaliengebirge

19. September 2014, 15:42
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Der Ruf des Kuckucks begleitet Mountainbiker im ruhigen Rosaliengebirge. Kurz vor dem Ziel werden sie von einem kulturellen Kleinod überrascht

Der Rosalien-Runde fehlen nur zwei Dinge zur perfekten Mountainbike-Tour: eine Hütte zum Einkehren und ein Gipfel, dessen Besteigung man sich auch noch rühmen könnte. Dafür hat sie etwas, was sie von vielen anderen Routen für Radler abhebt: Charme und Stille.

Hochgradig idyllisch wird’s unter dem Ofenbacher Bergkircherl, wo sich auch ein schöner Rastplatz mit uralten Linden und einem Bildstock befindet. Es zahlt sich aus, zum ebenso betagten Kircherl hinaufzusteigen, denn die Freskenbilder haben ihre Entstehungsjahre vermutlich zwischen 1360 und 1390. Es besteht aus einem romanischen Kern und ist dem Heiligen Vitus als Schutzpatron geweiht.


Nicht weit von Wien entfernt und bequem per Regionalexpress erreichbar, markiert das Rosaliengebirge an der niederösterreichisch-burgenländischen Landesgrenze das Ende der Alpen. Der sanfte Höhenzug findet seine Fortsetzung im dicht an der ungarischen Grenze gelegenen Ödenburger Gebirge und bildet zudem den Übergang in die Bucklige Welt, die das Alpenvorland ankündigt. Das Gebirge scheint aber bis dato noch niemand entdeckt haben - zumindest kann man diesen Eindruck gewinnen, weil es hier sehr einsam zugeht. Andere Wanderer oder Radfahrer trifft man kaum, und etwas anderes als der allgegenwärtige Ruf des Kuckuck ist kaum zu vernehmen.

Vom Bahnhof über die Leitha

Aufgesessen wird am Bahnhof Lanzenkirchen - der eigentlich in Kleinwolkersdorf liegt -, danach geht es flott durch die Bahngasse bis zur Lanzenkirchener Hauptstraße; dieser nach links folgen und bei der nächsten Gelegenheit nach rechts über die Leitha nach Frohsdorf fahren. Hier nehmen wir die Frohsdorfer Hauptstraße, bis wir bei einer Kapelle in die Rosentaler Straße nach links einbiegen; weiter in die Steinbruchgasse und in den Tellerweg, der uns bis zu einer Forststraße führt, wo die lange, aber nicht steile Auffahrt durch den Süßenbrunner Wald auf den Kamm des Rosaliengebirges beginnt.

Nach ein paar engen Kehren schimmert schon der Himmel durch die Bäume, was das kommende Ende der Bergauf-Strampelei bedeutet. Oben angekommen treffen wir auf die "Buma-Bia-Strecke" - eine nette, aber um einiges längere alternative Runde. Wir bleiben rechts und folgen dem Kamm auf sehr schmalem Pfad zuerst steil bergauf - Schiebepassage -, dann flacher unter dem Krieriegel hindurch. Wenn man sich hier ein wenig streckt und eine Lücke zwischen den Bäumen findet, wird man des Schneeberges ansichtig.

Umweg zu uralten Fresken

Bei einem Wegkreuz am Mittereck beginnt dann die lange Abfahrt durch den Großen Kaiserwald ins anmutige Ofenbachtal, wo wir gemütlich auf der Melberleiten-Straße dahinrollen. Hochgradig idyllisch wird’s unter dem Ofenbacher Bergkircherl, wo sich auch ein schöner Rastplatz mit uralten Linden und einem Bildstock befindet. Es zahlt sich aus, zum ebenso betagten Kircherl hinaufzusteigen, denn die Freskenbilder haben ihre Entstehungsjahre vermutlich zwischen 1360 und 1390. Es besteht aus einem romanischen Kern und ist dem Heiligen Vitus als Schutzpatron geweiht.

Am Ende der Tour passieren wir Ofenbach und landen nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt auf der Frohsdorfer Hauptstraße beim Bahnhof Lanzenkirchen. In Frohsdorf können Sportliche zusätzlich noch die Sauerbründl-Strecke anhängen - eine ähnliche kommode Tour wie die Rosalien-Runde. (Thomas Rambauske, DER STANDARD, 20.9.2014)

grafik: der standard

An- und Abreise: Bahnhof Lanzenkirchen (Kleinwolkersdorf), einfach zu erreichen per Regionalexpress etwa von Wien und Wiener Neustadt aus.

Route: Frohsdorf (Lanzenkirchen) - Tellerweg - Mittereck - Melberleiten - Ofenbach - Lanzenkirchen

Einkehr: im Gasthaus "Zur Burgenländerin" an der Ofenbach-Hauptstraße 1, Lanzenkirchen, Ruhetage: Montag, Dienstag, Mittwoch

Karte: freytag & berndt WK 023

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