Sich der Transformation stellen

22. September 2014, 17:58
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Was einmal richtig war, ist jetzt falsch. Warum richtiges Management heute alle angeht - als Know-how für die Lebenstüchtigkeit, als Sozialtechnik der Wissensgesellschaft und für den praktischen Erfolg in einer Organisation.

"Start with what is right, rather than with what is acceptable" - wie Peter F. Drucker es formulierte - bedeutet, jetzt das Richtige in Angriff zu nehmen und sich der "Großen Transformation 21" zu stellen. Das ist der Kern echter Leadership.

Wirtschaft und Gesellschaft gehen durch eine der fundamentalsten Umwandlungen der Geschichte. Diesen Prozess bezeichne ich seit langem als "Die Große Transformation 21" - eine Hommage an drei herausragende österreichische Denker des gesellschaftlichen Wandels: Joseph Schumpeter, Karl Polanyi und Peter F. Drucker. Sie haben die Veränderungen ihrer eigenen Zeit in ihren weitreichenden Dimensionen erkannt. Wir wissen nicht, wie unsere neue Gesellschaft aussehen wird. Aber es ist klug, davon auszugehen, dass sie grundverschieden in fast allem sein wird.

Geburtswehen des Neuen

Die größte Herausforderung des globalen Transformationsprozesses unserer Zeit ist die explosive Zunahme von Komplexität und damit von Ungewissheit und Orientierungslosigkeit. Komplexität gehört zu den Folgen von weltweit immer dichter vernetzten Systemen, sowie der Dynamik des sich selbst antreibenden technologischen und sozialen Wandels.

Mit ökonomischem Denken allein können die Vorgänge "da draußen" nicht erfasst werden. Am besten verstehen kann man die Große Transformation als die "Geburtswehen" einer Neuen Welt mit einer neuen funktionierenden Ordnung. Effektives Funktionieren hat seinen Ursprung heute weniger in der Politik, sondern weit mehr im Organisationsgewebe unserer Gesellschaft.

Für das Meistern dieser Transformation müssen fast alle Organisationen von Grund auf um- und neugebaut werden. Immer mehr Führungskräfte erkennen, dass dafür das herkömmliche Managementdenken eines der größten Hindernisse ist. Was einmal richtig war, ist jetzt falsch.

Ein neues und für diese Situation richtiges Management ist nötig. Auch neue Strukturen gehören dazu, komplexitätsgerechte Steuerungssysteme und innovative Instrumente für schnellen Change. Die hohe Schule der Führung ist das richtige Management komplexer, dynamischer Systeme.

So sieht die neue Kultur aus

Dieses richtige und gute - effektive und effiziente - Management schafft eine neue Organisationskultur des zuverlässigen Funktionierens. Es ist eine Kultur der Leistung und eine der professionellen Effektivität, eine Kultur des Vertrauens, des Wandels und der Innovation, eine Kultur der Verantwortung und eine Kultur, in der die Menschen einen Lebenssinn finden können.

Richtiges Management geht alle etwas an. Es ist das Know-how für die persönliche Lebenstüchtigkeit, es ist die Sozialtechnik der Wissensgesellschaft für den praktischen Erfolg in einer Organisation.

Die richtigen Managementfähigkeiten sind heute die Voraussetzung dafür, beschäftigungsfähig zu sein. Die Grundlage dafür ist wirksames Selbstmanagement. Managementfähigkeiten sind für die Menschen des 21. Jahrhunderts ebenso bedeutend wie Lesen und Schreiben für die Menschen seit dem 18. Jahrhundert. Richtiges Management gibt Orientierung im Ungewissen. (DER STANDARD, 20./21.9.2014)

Fredmund Malik zählt zu den renommiertesten Managementexperten Europas und ist Mitglied des Advisory Board der Drucker Society Europe.

Das diesjährige Global Drucker Forum in Wien am 13. und 14. November steht unter dem Motto "The Great Transformation - Managing Our Way to Prosperity".

www.druckerforum.org

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    foto: ho/manu theobald

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