Neos-Chef Strolz verliert auf der Beliebtheitsskala

19. September 2014, 07:32
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Sehr gute Werte für Mitterlehner im Vertrauensindex, Faymann bleibt im Minusbereich

Wien - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat durch seien Aufstieg zum ÖVP-Chef und Vizekanzler an öffentlichem Ansehen gewonnen. Im aktuellen APA-OGM-Vertrauensindex legt er unter allen Bundespolitikern am stärksten zu und muss sich nur Bundespräsident Heinz Fischer und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) geschlagen geben. Kanzler Werner Faymann (SPÖ) bleibt im Minusbereich.

Der Index bildet den Saldo aus "habe Vertrauen" und "habe kein Vertrauen" in Prozent ab. Basis waren Befragungen unter 500 Personen am Dienstag dieser Woche (Schwankungsbreite 4,5 Prozent).

Fischer am beliebtesten

Beliebtester heimischer Bundespolitiker ist nach wie vor Bundespräsident Fischer, der mit 45 Punkten im Plus liegt, gegenüber Juni aber vier Punkte abgeben musste. Dahinter folgen Kurz (22) und Mitterlehner (14), der acht Prozentpunkte dazugewann. Beliebtester Neueinsteiger in die Bundespolitik ist ÖVP-Finanzminister Hans Jörg Schelling (9), dahinter folgt Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) (8).

Ebenfalls im Plusbereich finden sich Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP), Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP), Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ), Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP), Grünen-Chefin Eva Glawischnig als bestbewertete Oppositionspolitikerin und Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ). Gerade noch über die Nulllinie hat es der neue ÖVP-Staatssekretär Harald Mahrer mit zwei Punkten geschafft. Bei der neuen Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) liegt der Vertrauenssaldo genau bei null.

Strolz im Minusbereich

Bereits im Minusbereich findet sich inzwischen Neos-Chef Matthias Strolz (minus 2), gefolgt von der neuen SPÖ-Nationalratspräsidentin Doris Bures (minus 4). Gegenüber ihrem letzten Wert als Verkehrsministerin konnte sie sieben Prozentpunkte (der zweitbeste Wert) zulegen, von den Popularitätswerten ihrer verstorbenen Vorgängerin Barbara Prammer ist sie aber noch weit entfernt.

Ebenfalls im Minusbereich findet sich der vom Gesundheits- ins Infrastrukturressort gewechselte Alois Stöger (SPÖ), er muss einen Abstieg um sechs Punkte hinnehmen. Dahinter folgen der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ), Kanzleramtsstaatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) und Bundeskanzler Faymann mit einem Saldo von minus sieben. Gegenüber Juni bedeutet das einen Verlust von zwei Prozentpunkten.

Heinisch-Hosek und Mikl-Leitner unbeliebt

Einen Negativsaldo haben auch der Zweite Nationalratspräsident Karlheinz Kopf (ÖVP), Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka und sein SPÖ-Pendant Andreas Schieder zu verzeichnen. Den hintersten Platz der Regierungsmitglieder nimmt SPÖ-Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek ein, die mit einem Saldo von minus 13 Prozent auch den stärksten Verlust von acht Prozentpunkten erlitt. Dahinter liegen nur noch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (minus 15) und Team-Stronach-Klubchefin Kathrin Nachbaur (minus 19).

Laut OGM-Chef Wolfgang Bachmayer ist bei diesem Vertrauensindex zum ersten Mal seit mehreren Jahren die Zahl von Politikern im Vertrauensplus und im -minus ausgewogen, bisher überwog durchwegs das Minus. Von den Umsteigern rutschte nur Stöger aufgrund der medialen Diskussion über seine Befähigung, das Infrastrukturministerium zu führen, unter sein Vertrauensniveau als Gesundheitsminister.

Vertrauensverlust auch für Klug

Auch das Vertrauen in Verteidigungsminister Klug hat infolge der Berichte über den Zustand des Bundesheers gelitten. Sein starker Einstieg nach dem Rückzug von Norbert Darabos verblasse zusehends, so Bachmayer. Kanzler Faymann steckt weiter im Minus, und im Vergleich zu Vizekanzler Mitterlehner sticht das viel stärker ins Auge als bei dessen Vorgänger Michael Spindelegger, der zuletzt auf dem vorletzten Platz tief im Minus lag. (APA, 19.9.2014)

  • Vertrauen in österreichische Politiker.
    grafik: apa

    Vertrauen in österreichische Politiker.

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