UN-Sicherheitsrat: Ebola-Epidemie ist Gefahr für Weltfrieden

18. September 2014, 23:15
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Vereinte Nationen fordern Staaten in Resolution zu mehr Hilfe auf und schicken Sondermission nach Westafrika

Freetown/Conakry/Monrovia - Der UN-Sicherheitsrat hat die Ebola-Epidemie in Westafrika als Gefahr für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit eingestuft. Konfliktherde in der Krisenregion könnten neu aufflammen und bereits erzielte Fortschritte zunichte gemacht werden, warnte das mächtigste UN-Gremium am Donnerstag in einer einstimmig verabschiedeten Resolution.

In der Geschichte des Sicherheitsrats war dies erst die dritte Resolution wegen eines Gesundheitsnotstands nach Beschlüssen zur Aids-Epidemie in den Jahren 2000 und 2011.

Appell

Die Delegierten in New York lauschten einem flammenden Appell des liberianischen Gesundheitshelfers Jackson Naimah, der um rasche Unterstützung für sein Land bat. "Bitte schicken Sie Ihre Hubschrauber, Ihre Behandlungszentren, Ihre Betten und Ihr Fachpersonal", sagte der per Videokonferenz aus Monrovia zugeschaltete Aktivist. "Wir haben nicht die Ressourcen, um dieser Krise Herr zu werden. Wenn die Staatengemeinschaft nicht aufsteht, werden wir ausradiert."

Wegen des historisch beispiellosen Ausmaßes der Ebola-Epidemie in Westafrika forderte der Sicherheitsrat in seiner Resolution mehr Nothilfen aus dem Ausland. Benötigt würden etwa Feldlazarette mit medizinischem Personal und Vorräten, Labore, Kliniken sowie Hilfen für Lufttransporte. Außerdem wurden Drittstaaten aufgefordert, Reisebeschränkungen und Grenzschließungen aufzuheben. Ferner dürften Fluggesellschaften und Reedereien ihre Beziehungen zu den betroffenen Krisenländern nicht abbrechen.

"Die beispiellose Situation verlangt nach nie dagewesen Schritten, um Leben zu retten und Frieden und Sicherheit zu bewahren", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon vor dem UN-Sicherheitsrat. "Deswegen habe ich entschieden, eine UN-Sondermission für Gesundheitsnotfälle einzurichten."

Die Mission solle sich darum kümmern, den Ausbruch der Epidemie zu stoppen, Patienten zu behandeln, notwendige Versorgung nach Westafrika zu bringen, Frieden und Sicherheit zu bewahren und mögliche weitere Ebola-Ausbrüche zu verhindern. Zuvor hatte Ban gewarnt, dass sich die Zahl der Ebola-Infektionen mittlerweile alle drei Wochen verdoppele.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist die folgenschwerste seit der Entdeckung des Virus. Seit Jahresbeginn starben laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 2630 Menschen an der hochansteckenden Krankheit. Mehr als 5300 Menschen wurden infiziert. Besonders betroffen sind die drei westafrikanischen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone. (APA, 18.9.2014)

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