Vorarlberg-Wahl: Der Preis des Regierens

Kommentar18. September 2014, 18:02
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Das Mitregieren der Neos wäre bitter für die Grünen

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner wird am Sonntag aller Voraussicht nach die absolute Mehrheit verlieren. Die Vormachtstellung der Volkspartei im Ländle wird das nicht wirklich schmälern. Alle Parteien wollen mit Wallner und drängen mehr oder weniger ungebremst in eine Koalition. Angesichts dieses Buhlens um eine Regierungsbeteiligung wird der Preis wohl nicht allzu hoch sein. Wallner wird sich den Partner aussuchen - und seine Bedingungen stellen.

Die Neos sind das erste Mal dabei, sie wollen und werden aller Voraussicht nach den Einzug in den Landtag schaffen - und bemühen sich gleich um Verantwortung. Sie wollen mitregieren. Thematisch würde das nicht so schlecht passen, gelten die Neos doch als liberaler Ableger der Volkspartei. Die inhaltlichen Unterschiede sind schnell auf eine Linie gebracht. Das brächte der neuen Partei auch bundesweit Aufschwung: Das Mitregieren in einer Landesregierung brächte jene Relevanz, die notwendig ist, die Neos abseits ihrer Rhetorik des Flügelhebens auch etwas ernster zu nehmen.

Bitter wäre das für die Grünen, denen mit den Neos ein Konkurrent aus dem bürgerlichen Lager erwächst, der wertvolle Stimmen und Prozente kostet. Auch die Grünen wollen endlich in Vorarlberg mitregieren. Auf FPÖ und SPÖ scheint Wallner keinen Wert zu legen. Er wird letztlich entscheiden, wer es billiger gibt: Neos oder Grüne. (Michael Völker, DER STANDARD, 19.9.2014)

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