Frankreich beteiligt sich an Luftangriffen auf IS

18. September 2014, 21:27
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Keine Bodentruppen, Einsatz nur im Irak - USA bombardieren IS-Ausbildungslager

Paris - Frankreich beteiligt sich an den US-geführten Luftangriffen gegen die Miliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak. Diese Entscheidung teilte Staatspräsident Francois Hollande am Donnerstag in Paris mit. Es werde aber keine französischen Bodentruppen im Irak geben.

Hollande sagte, er habe Donnerstagfrüh den französischen Verteidigungsrat zusammengerufen und beschlossen, der Bitte der irakischen Regierung nach Luftunterstützung nachzukommen. Das Parlament werde ab den ersten Luftangriffen informiert werden, "das heißt schnell".

Kein Eingreifen in Syrien

Hollande betonte, dass es sich um ein militärisches Engagement ausschließlich im Irak handeln werde und nicht in Syrien. Die USA hatten erstmals vor sechs Wochen IS-Stellungen im Irak aus der Luft bombardiert. Frankreich hatte bereits seine Bereitschaft zu einer Beteiligung an den Luftangriffen erkennen lassen, seit Montag flogen die Franzosen dort Aufklärungsflüge. Hollande war am Freitag vergangener Woche im Irak, am Montag hatte eine große Irak-Konferenz in Paris stattgefunden.

Nicht nur die Region, sondern Europa und die Welt würden durch den IS-Terrorismus bedroht, sagte Hollande. Die Staatengemeinschaft sei angesichts des Terrors passiv geblieben.

Inzwischen bot auch Belgien Kampfflugzeuge und Spezialkräfte an. Verteidigungsminister Pieter De Crem erklärte am Donnerstag, das Angebot stehe, man warte aber noch auf eine offizielle Anfrage der USA.

USA bombardieren Trainingscamp

Die USA gaben indes bekannt, erstmals seit Beginn der Luftangriffe ein Ausbildungscamp der Extremisten bombardiert zu haben. Bei dem Angriff südöstlich von Mossul im Nordirak seien besetzte Gebäude, eine Truppeneinheit und Fahrzeuge getroffen worden, teilte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom mit. Bei einem weiteren Luftangriff südöstlich von Bagdad wurde demnach ein IS-Munitionslager bombardiert.

Seit Beginn des ihres Militäreinsatzes im Irak am 8. August flogen die USA bereits 176 Angriffe. Die meisten richteten sich auf Ziele im Norden des Landes, wo die Extremisten weite Teile unter ihre Kontrolle gebracht haben. US-Präsident Barack Obama hatte ein schonungsloses Vorgehen gegen die Gruppe angekündigt und auch Luftangriffe in Syrien beschlossen, die allerdings bisher noch nicht stattfanden. (APA, 18.9.2014)

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