EM-Vergabe: Deutsche und Engländer feilschen

18. September 2014, 17:31
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Finale 2020 in London möglich, DFB hätte lieber gesamte Endrunde 2024

Nyon - Im Vorfeld der Vergabe der Spielorte der ersten pan-europäischen Fußball-EM 2020 wird zwischen England und Deutschland eifrig verhandelt. Beide Länder haben sich für das Paket mit zwei Halbfinali und dem Endspiel beworben, der deutsche Fußball-Bund hätte aber lieber die gesamte Endrunde 2024. Aus 19 Bewerbern werden am Freitag in Genf durch die UEFA-Exekutive 13 Städte als EM-Ausrichter gewählt.

Der DFB schickt München ins Rennen, würde sich aber mit einem Achtel- oder Viertelfinalmatch und drei Vorrundenspielen begnügen. "Unser größter Wunsch ist, die gesamte EM 2024 in Deutschland auszurichten", betonte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach vor wenigen Tagen und bewegt sich daher vor der Wahl auf diplomatischem Parkett. Es gilt, den Engländern die Zusage abzuringen, kein Interesse an der Komplett-EM 2024 zu zeigen. Dafür soll das Londoner Wembley-Stadion 2020 eine Woche lang der Nabel der europäischen Fußball-Welt sein.

Österreich? Nein!

Es könne "im Sinne der Einvernehmlichkeit eine Option sein, eine Kampfabstimmung über die Finalserie zwischen London und München im Exekutivkomitee zu vermeiden", sagte Niersbach jüngst auf der eigenen Verbandshomepage. Dort wird London denn auch als "Favorit für die Finalrunde" bezeichnet.

UEFA-Präsident Michel Platini hatte die Idee geboren, das EM-Turnier 60 Jahre nach der ersten EM 1960 erstmals in ganz Europa stattfinden zu lassen. Die Liste der 19 Bewerber um EM-Partien reicht von Spanien bis Aserbaidschan und von Schweden bis Israel.

Österreich befindet sich nicht unter den Anwärtern. Denn das Wiener Happel-Stadion genügt längst nicht mehr modernsten Ansprüchen. "Das Happel-Stadion kommt in seinem derzeitigen Zustand sicher nicht für eine EM infrage", hatte ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig schon vor einem Jahr erklärt. Und damals betont, dass an eine umfassende Sanierung oder gar an einen Neubau in absehbarer Zukunft nicht zu denken sei. (APA, 18.9.2014)

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