Wenn das Publikum nur einer ist

18. September 2014, 17:16
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Marino Formenti spielt 84 Konzerte für je eine Person

Graz - Dass einer der erfolgreichsten Pianisten der Welt ein Konzert spielt, in dem man nicht nur ganz allein sitzen darf, sondern auch noch im Dialog mit dem Künstler das Programm mitgestalten, ja sogar mit ihm musizieren kann, ist sicherlich eine Erfahrung, die man nur einmal im Leben macht.

Es mag wenige überraschen, dass hinter diesem verlockenden Angebot Marino Formenti steckt. Der Mann, der Konzerthallen in aller Welt füllt, gibt sich genau damit nicht zufrieden, sondern lotet stets die Grenzen seiner Kunst aus, auch die Grenzen dessen, was ein Konzert sein kann.

So spielte er schon beim Steirischen Herbst 2010 einen achttägigen Konzertmarathon mit Musik von Eric Satie, Morton Feldman und Klaus Lang. Tag und Nacht konnte man kommen und gehen und im Stadtmuseum zuhören.

Mit dem Projekt One to One schließt Formenti diesen von ihm geöffneten Konzertraum wieder: Ein Mensch hört zu - Aug' in Aug' mit dem Musiker. In Bad Radkersburg, Wildon, Stainz, Bad Gleichenberg und Graz spielt der italienische Starpianist und Dirigent während des Festivals 84 Konzerte zu je 90 Minuten für je einen Zuhörer: Das sind 126 Stunden oder 7560 Minuten.

Weil die Karten für die exklusiven Aufführungen freilich rar sind, setzt Formenti am Ende noch eins drauf. One for the Road nennt er sein Konzert im Gemeindesaal Bad Gleichenberg, bei dem der Eintritt frei ist. Auch hier sind Überraschungen möglich - es wird musiziert, so viel ist sicher, aber auch gefeiert werden. (Colette M. Schmidt, Spezial, DER STANDARD, 19.9.2014)

Bad Gleichenberg, 19. 10., 11.00


Dieser Artikel ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit dem Steirischen Herbst. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

  • Marino Formenti konzertiert nur für jeweils eine Person.
    foto: gyula fodor

    Marino Formenti konzertiert nur für jeweils eine Person.


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