Heilborns Fortsetzung von Gorkij Park: Kalter Krieg und gute Laune

18. September 2014, 17:01
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Graz - Erinnern Sie sich an Gorkij Park? Nicht an die Band, sondern den Thriller aus dem Kalten Krieg, aus der Zeit, als das Feindbild des westlichen Kapitalismus noch klar umrissen war, grimmig dreinsah und Pelzmützen trug. Die schwedische Performance- und Filmkünstlerin Gunilla Heilborn reinszenierte den Hollywood-Film aus dem Jahr 1983, der in Moskau spielte und teilweise in Stockholm gedreht wurde.

Heilborn, die 2011 im Festival die Arbeit Potato Country zeigte, baute in der ihr eigenen Art eine Collage aus Text, Tanz, Videos, Witz und einem Schuss nicht ernst gemeinter Ostalgie. Sie lässt ihre Performer in historischen Kostümen mit sozialrealistischen Bildern Maxim Gorkis spielen. Die Idee, eine Fortsetzung des Thrillers zu drehen, hatte Heilborn, weil ihr der Titel Gorkij Park 2 gefiel und sie immer schön fasziniert von der Sowjetunion war.

Heilborn glaubt, dass "gerade alte Ideen und Träume, Statuen und Helden recycelt werden". Das sei normal bei Imperien, die zusammenbrechen. Der guten Laune tut das keinen Abbruch. (cms, Spezial, DER STANDARD, 19.9.2014)

Orpheum, 3., 4. & 5. 10, 19.30


Dieser Artikel ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit dem Steirischen Herbst. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

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