Neue Führungsstruktur, neue Jobs: "Gabentisch für ORF-Wahl"

18. September 2014, 17:46
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Alexander Wrabetz will bis 2017 Grundstruktur des ORF erneuern - Channel-Management für Ö1 als erstes Thema

Wien - ORF-General Alexander Wrabetz bestätigt den STANDARD-Bericht vom Mittwochabend: Er will bis Weihnachten eine neue Gesamtstruktur für den ORF vorlegen. Sie soll als Grundlage für die Bestellung der nächsten ORF-Direktoren 2016 dienen - in Teilen aber schon früher umgesetzt werden. Zum Beispiel bei Ö1.

Das Kulturradio soll - wie Ö3 und FM4 - einen Senderchef mit Programm- und Budgetverantwortung bekommen. Wrabetz will diese Strukturänderung noch im Herbst mit dem Betriebsrat klären und durchsetzen und den - dann neuen - Job auch neu ausschreiben. Der nächste Ö1-Chef solle nach Möglichkeit mit Jahresbeginn 2016 antreten.

Kolportiert werden da - wie bei praktisch jeder ORF-Personalentscheidung - politische Begehrlichkeiten etwa der ÖVP. Neben der im Frühjahr tatsächlichen Bewerberin Ulrike Wüstenhagen werden da eher überraschende, angebliche Kandidaten gehandelt, etwa Ö3-Vize Albert Malli (der immerhin einst Moment - Leben heute und Radiodoktor entwickelte) und Bundesländerinfokoordinator Robert Ziegler. Beide winken glaubwürdig überrascht ab, beide haben sich jedenfalls im ersten Durchgang nicht beworben.

Die neue Gesamtstruktur soll auch einen lange schon diskutierten Sendermanager für ORF 1 bringen - als funktionierendes Vorbild nennen Wrabetz - wie übrigens auch ÖVP-Stiftungsräte - ORF 3. Die neue Gesamtstruktur soll wohl auch die Führung des multimedialen Newsrooms klären - bisher sind die Journalisten ja Chefredakteuren und Direktoren für die einzelnen Medien zugeordnet.

Die Neuordnung wird laut Wrabetz wohl auch "Auswirkungen auf die Direktionen" haben - das wohl aber erst mit dem neuen Direktorium 2017. Fernseh- und Radiodirektion könnten nach ORF-Spekulation etwa Programm und Information über alle Medien weichen, dazu Finanzen und Technik.

"Der Gabentisch für die nächste ORF-Wahl wird damit angerichtet", fasste ein Stiftungsrat die neue Struktur politisch-pragmatisch zusammen: viele neu zu verteilende Führungsjobs. (fid, DER STANDARD, 19.9.2014)

  • Alexander Wrabetz will den ORF umbauen.
    foto: apa/hochmuth

    Alexander Wrabetz will den ORF umbauen.

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