Dunkle Wolken über den Kindern indigener Völker

Ansichtssache21. September 2014, 12:00
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Wenn die sogenannte zivilisierte Gesellschaft in die letzten Lebensräume autochthoner Gemeinschaften eingreift, ist deren Nachwuchs oft am stärksten betroffen: Die NGO Survival International berichtet von Vergewaltigungen, Diabetes, Suchtkrankheiten und Depressionen

Vom Amazonasregenwald bis in die sibirische Tundra leben viele indigene Völker mit nur geringem Kontakt zur Außenwelt. Doch selbst jene Gruppen, die sich bewusst für eine isolierte Existenz entscheiden, werden immer stärker zurückgedrängt. Ihr Lebensraum wird oft abgeholzt, abgetragen, geräumt und abgebrannt. Die einheimischen Bewohner werden fast nie gefragt – aber fast immer vertrieben.

Der Verlust ihres Landes ist oft die Wurzel des Leidens indigener Kinder. Kindersterblichkeit, Abhängigkeiten und Selbstmorde unter Jugendlichen sind, genauso wie chronische Erkrankungen und verkürzte Lebenserwartung, einige der Folgen, wenn indigene Kinder und ihre Familien gezwungen werden, sich der Hauptgesellschaft anzupassen.

Am 20. September wird im deutschsprachigen Raum der internationale Kindertag begangen. An diesem Tag soll auf die Rechte unmündiger Minderjähriger hingewiesen werden. Bei indigenen Völkern sind die Nachkommen noch stärker Erben der Lebensweisen ihrer Völker, ihrer Sprachen und ihrer Ökosysteme als in hochtechnologisierten Gesellschaften. Die NGO Survival International richtet ihren Fokus auf sie und ihre Probleme - Bilder zwischen unbekümmerter Kindheit und prekären Zukunftsaussichten.

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© fiona watson / survival international

In den satten grünen Wäldern des brasilianischen Amazonasregenwaldes lernen die Kinder der Awá schon von Beginn an, wie sie überleben können. Die Jungen spielen mit kleinen Pfeilen und Bogen, um die Fertigkeiten eines erfolgreichen Jägers zu erlernen; die Mädchen üben Früchte zu sammeln und daraus Açaí-Saft zu pressen. Allen Awá-Kindern geben die Älteren ein enzyklopädisches Wissen über ihren Wald mit auf den Weg.

Dieser einzigartige Wissensschatz ist bedroht. Der Wald der Awá verschwindet rasend schnell. Eines ihrer geschützten Territorien wurde zu 30 Prozent von
Holzfällern und Viehzüchtern zerstört. "Die außenstehenden kommen hierher und auf einmal scheint es, als würde unser Wald aufgefressen", sagt Takia Awá. Doch die Awá kämpfen entschlossen für die Zukunft ihrer Kinder. Anfang 2014 erreichten sie die Ausweisung zahlreicher illegaler Holzfäller und Siedler.

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