Sozialer Wohnbau auf dem Land nicht allzu beliebt

20. September 2014, 21:44
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Landesregierung will bis 2018 jährlich 500 geförderte Wohnungen schaffen, die Gemeinden zieren sich

2500 gemeinnützige Wohnungen verspricht die derzeit noch amtierende Vorarlberger Landesregierung bis 2018. Und zwar in allen Gemeinden des Landes. Schließlich ist leistbares Wohnen eines der Schlüsselprojekte, die Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) in der nächsten Legislaturperiode umsetzen will.

Bisher hat sich der Bau gemeinnütziger Wohnungen auf die Städte und Großgemeinden konzentriert. Die Landeshauptstadt Bregenz, wo 28.412 Menschen leben, verfügt mit 3979 über die meisten gemeinnützigen Wohnungen in Vorarlberg. Dornbirn hat zwar wesentlich mehr Einwohnerinnen und Einwohner, nämlich 46.694, aber weniger Sozialwohnungen (2974). In den anderen drei Städten findet man maximal 1500 gemeinnützige Wohnungen.

Scheu vor sozialem Wohnbau

Weil sich kleine Gemeinden immer noch vor sozialem Wohnbau scheuen, keine "Siedlungen" bauen wollen, wird von Regierung und Vogewosi, dem größten gemeinnützigen Wohnbauträger des Landes, in den Dörfern kräftig Überzeugungsarbeit für die Gemeinnützigen gemacht.

Aus Sicht der Grünen, die in den nächsten fünf Jahren 3000 neue Wohnungen möchten, ist die Initiative der Landesregierung wenig erfolgreich.

2014 wurden von den gemeinnützigen Wohnbauträgern erst Förderanträge für 154 Wohnungen gestellt, machten die Grünen eine Zahl aus dem Kuratorium des Wohnbaufonds öffentlich. "Ärgerlich" sei diese Vorgangsweise der Grünen, sagt der zuständige Abteilungsvorstand Lothar Hinteregger. Sitzungen des Kuratoriums seien geheim, außerdem sei die Zahl nur eine Momentaufnahme und schon einige Tage später überholt.

Bis zu zwei Jahre

Aktuell gebe es 100 Ansuchen mehr, als es noch bei der Kuratoriumssitzung waren. Wird man die versprochenen 500 bis Ende des Jahres erreichen? Er sei guter Dinge, dass man die Zahl der Anträge vom Vorjahr übertreffen werde, sagt Hinteregger. 2013 wurden 387 Anträge gestellt und erledigt. Im ersten Quartal 2014 blieben laut Hinteregger Anträge aus, da die neuen Wohnbauförderungsrichtlinien erst im April gültig wurden und die Bauträger noch abgewartet hätten.

Wenn bis 2018, wie von der Landesregierung angekündigt, 2500 neue, leistbare Wohnungen errichtet werden sollen, müssen sich die gemeinnützigen Wohnbauträger beeilen. Denn zwischen Antragstellung, Baubeginn und Fertigstellung vergehen bis zu zwei Jahre. (jub, DER STANDARD, 20.9.2014)

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