Promotion - entgeltliche Einschaltung

Smart Cities sind mehr als nur Technologie

22. September 2014, 08:36

Wenn von Smart Cities die Rede ist, so werden meist Masdar und Singapur genannt. Doch auch kleinere Städte benötigen smarte Konzepte.

Masdar City ist eine auf dem Reißbrett geplante Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, deren Energieverbrauch vollkommen CO2-neutral sein soll. Insgesamt soll der Energiebedarf pro Kopf nur 25 Prozent des heutigen Verbrauchs betragen. Dafür wird alles aufgeboten, was an neuen Technologien zur Verfügung steht: ein engmaschiges Netz öffentlicher Nahverkehrsmittel für längere Strecken, elektrisch motorisierter Individualverkehr, bei dem die Passagiere in automatisierten Kabinen individuell an ihr Ziel gelangen, ein Solarkraftwerk, eine solarbetriebene Entsalzungsanlage für die Wassergewinnung, ein Kranz Windkrafträder rund um die Stadt, Frischluftkorridore und Parkanlagen zur Regulierung des Stadtklimas, ein umfassendes Altstoffrecycling-Konzept – diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Das futuristische Städtebauprojekt hat sich ganz der Nachhaltigkeit verschrieben. Masdar wird eine eigene Universität haben, die sich ausschließlich dem Komplex der ökologischen Nachhaltigkeit auf Basis erneuerbarer Energien widmet. Zahlreiche Firmen aus diesem Bereich, die sich jetzt an der Errichtung beteiligen, werden sich dort ansiedeln. Der Kern der "ökologischen Wissensstadt" soll 2016 funktionsfähig sein. Die Fertigstellung ist für 2025 geplant.

Singapur, die extrem dicht besiedelte Millionen-Metropole, hat in den vergangenen Jahrzehnten viel unternommen, um dem drohenden Verkehrs- und Ökokollaps zu entgehen. Mit Erfolg. Der öffentliche Nahverkehr wurde drastisch ausgebaut, und die Fahrpläne sind gut aufeinander abgestimmt. Auf den Straßen wurde ein elektronisches Roadpricing eingeführt. Das Recht, ein Auto zu besitzen, muss in Auktionen erworben werden. Die Stadtplaner haben großen Wert auf Nahversorgung gelegt. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Metropole sollen möglichst alles in nächster Nähe vorfinden, was sie zum täglichen Leben brauchen. Neben den klassischen Infrastrukturbereichen wie Verkehr und Energie setzt Singapur sehr stark auf Telekommunikation. Eine leistungsfähige Glasfaserinfrastruktur und öffentliche WiFi-Hotspots sind ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen. Auch Kapsch hat ein Büro in Singapur und beteiligt sich an verschiedenen Projekten zur Weiterentwicklung von Singapur als Vorzeigemodell für Smart Cities.

Die "20-Prozent-Vorgabe"

An diesen beiden Städten wird deutlich, was die Aufgaben bei der Stadtentwicklung sind: die Organisation der Mobilität und die Senkung des Energieaufkommens. Die Dringlichkeit zu ihrer Lösung lässt sich an folgenden Zahlen festmachen: Prognosen der UN gehen davon aus, dass im Jahr 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung "urban" leben werden, 80 Prozent der Treibhausgase werden in Städten freigesetzt. 75 Prozent der weltweit eingesetzten Energie werden ebendort verbraucht. Die Zielvorgaben der EU sehen eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 20 Prozent sowie eine Steigerung des Anteils an erneuerbaren Energien und eine Erhöhung der Energieeffizienz um jeweils 20 Prozent vor. Die Werte beziehen sich auf den Status von 2005.

Smart Citizens

Technologieanbieter wie Kapsch tragen mit einer Vielzahl an Lösungen zur Erreichung dieser Ziele bei. Der Straßenverkehr in Städten lässt sich mit Stadtzugangslösungen, dynamischen Parkzonen oder auch nutzungsabhängiger Vergebührung besser organisieren. Intelligente Gebührenmodelle – abhängig von der Tageszeit, der Dauer des Aufenthaltes, der Emissionsklasse oder der aktuellen Verkehrslage – tragen auch zur Senkung der Emissionen bei. Im Bereich der städtischen Zugangsregelungen ist Kapsch besonders aktiv in Italien. In Rom, Bologna, Piacenza, Genua, Livorno, Arezzo, Ravenna, Lecce und Salerno sind derartige von Kapsch errichtete Systeme im Einsatz. Technologie ist aber nur ein Teil der Antwort auf die drängenden Fragen. Der andere Teil sind die Menschen selbst. An der Technischen Universität Wien wurde ein international anerkanntes Modell zur Evaluation von Smart Cities entwickelt. Eine der sechs Dimensionen nennt sich "Smart People". Bewertet wird diese unter anderem in Bezug auf "Open-mindedness". Diese wiederum ist die Basis für eine offene Diskussion darüber, welche Regelungen geeignet sind, die großen Aufgaben zu lösen und gleichzeitig die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner zu erhöhen. Die Stadtpolitik steht vor der Herausforderung, Raum für diese Diskussionen zu schaffen und sie zu moderieren. Das fällt in die Dimension "Smart Governance" des Evaluationsmodells.

  • City Access Lösung in Singapur
    foto: somerville media

    City Access Lösung in Singapur

  • Artikelbild
    foto: kapsch
  • Digitale Verkehrsanzeige auf der Georg Washington Bridge in New York
    foto: kapsch

    Digitale Verkehrsanzeige auf der Georg Washington Bridge in New York

Share if you care.