Apple: Werden iPhones nicht mehr für Behörden entsperren

18. September 2014, 07:44
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Apple will sich mit Betonung auf Privacy vom Mitbewerb abheben - "Keine Hintertüren in unseren Services"

Apple legt beim Thema Datenschutz nach und will seine Kunden besser über die Absicherung der Privatsphäre bei seinen Geräten und Diensten informieren. Der iPhone-Konzern schaltete in der Nacht zum Donnerstag eine neue Webseite mit Details zu den jeweiligen lokalen Privacy-Policys frei.

Dort unterstreicht Apple besonders den Unterschied zu anderen Online-Diensten, die Geld mit Werbung verdienen - und zielt dabei ganz offensichtlich vor allem auf Google.

So betont Apple, man zeichne bei der hauseigenen Karten-App keine Ortsinformationen der Nutzer auf - im Gegensatz zu "anderen Unternehmen", die Profile für ihre Werbekunden erstellten. "Wir haben kein Interesse daran. Und wir könnten es nicht tun, selbst wenn wir wollten." Die Nutzer von Apples Kartendienst seien nicht identifizierbar.

Vorgeschichte

Apple-Chef Tim Cook hatte das Thema Datenschutz bereits vor einigen Tagen in einem TV-Interview angesprochen und distanzierte sich nun in einem offenen Brief von den Rivalen. Nutzer kostenloser Online-Dienste verstünden inzwischen, dass sie dort keine Kunden seien. "Sie sind das Produkt", das an Werbekunden vermarktet werde. Apple mache dagegen sein Geld mit dem Verkauf von Geräten. "Wir bauen kein Profil auf Basis Ihrer E-Mail-Inhalte oder des Internet-Verhaltens, um es an Werbetreibende zu verkaufen."

Cook bekräftigte, Apple habe keiner Regierungsbehörde in keinem Land eine Hintertür in seinen Geräten und Diensten offengelassen. "Wir haben auch nie Zugang zu unseren Servern gewährt. Und wir werden es nie tun." Solche Vorwürfe gegen amerikanische Internet-Unternehmen hatte es seit Ausbruch des NSA-Skandals im Juni 2013 gegeben. Die Informationen in Diensten wie dem Kurznachrichten-Chat iMessage seien verschlüsselt und auch für Apple nicht zugänglich. Auch das Entsperren von Geräten für Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden werde Apple nicht länger vornehmen. Mit iOS 8 sei das Umgehen der Bildschirmsperre für Apple selbst nicht mehr möglich, betont das Unternehmen, insofern könne es eine solche Zusammenarbeit gar nicht mehr geben. In früheren Versionen hatte man sich hier eine Hintertür gehalten, die offenbar auch regelmäßig von Strafverfolgungsbehörden genutzt wurde. Was Apple in dem Zusammenhang allerdings nicht erwähnt: Alle Daten, die mit der iCloud synchronisiert wurden, muss das Unternehmen - wie andere Cloud-Betreiber auch - auf gerichtliche Anordnung sehr wohl weitergeben.

Hintergrund

Apple hatte in den vergangenen Jahren selbst einige negative Datenschutz-Schlagzeilen gehabt. So fanden Computer-Forscher vor einigen Jahren heraus, dass in der damaligen iPhone-Software sich zum Teil Informationen über die Fortbewegung der Nutzer auslesen ließen. Vor kurzem waren private Fotos von Prominenten aus deren Apple-Profilen gestohlen und im Internet veröffentlicht worden. Apple betonte, die Angreifer hätten gezielt deren Passwörter ausgespäht, aber nicht die Server des Konzerns aufgeknackt. Im Zuge der neuen Kampagne wolle man die Nutzer auch darüber informieren, wie sie ihre Profile besser schützen können, hieß es. (APA/red, 18.9.2014)

  • Tim Cook will künftig Privacy bei Apple groß schreiben.
    foto: apa/epa/monica davey

    Tim Cook will künftig Privacy bei Apple groß schreiben.

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