Fidschi kehrt mit Parlamentswahl zur Demokratie zurück

17. September 2014, 23:09
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Hochrechnung sieht Partei von Militärmachthaber Bainimarama vorn

Suva - Die Bewohner der Fidschi-Inseln haben am Mittwoch ein neues Parlament gewählt und damit der Rückkehr des Pazifikstaates zur Demokratie den Weg geebnet. Erste Hochrechnungen nach Schließung der Wahllokale sagten am Abend einen Sieg der Partei des bisherigen Militärmachthabers Voreqe Bainimarama voraus. Es war die erste Wahl seit einem Putsch vor acht Jahren.

Zur Wahl aufgerufen waren 590.000 Einwohner. Sie mussten aus 262 Kandidaten 50 Abgeordnete für das neue Parlament bestimmen. Auf den Straßen des Inselstaats herrschte vielerorts festliche Stimmung. Vor den Wahllokalen bildeten sich in der Früh lange Schlangen. Wahlleiter Mohammed Saneem sprach am Abend von einer friedlichen Abstimmung. In ersten Hochrechnungen kam Bainimaramas Partei auf 51,3 Prozent der Stimmen. Damit hatte sie 13,1 Prozentpunkte Vorsprung auf die zweitplatzierten liberalen Sozialdemokraten.

Ende der "Putsch-Kultur"

Mit der Wahl soll der seit Jahrzehnten vorherrschenden "Putsch-Kultur" in Fidschi ein Ende gesetzt werden. Seit 1987 wurden vier Regierungen gestürzt - zuletzt im Dezember 2006, als Bainimarama vor dem Hintergrund von Spannungen zwischen Fidschianern und der indischen Minderheit die Macht ergriff.

"Ich bin optimistisch", sagte Irivi Draundalo, als er gemeinsam mit Hunderten weiteren Wählern vor einer Schule außerhalb des Zentrums der Hauptstadt Suva auf die Öffnung des Wahllokals wartete. "Es gab einfach zu viele Putsche. Fidschi braucht eine neue Regierung mit wahrer Demokratie."

Bainimarama regierte den Inselstaat seit dem Putsch per Dekret. Seine autoritäre Herrschaft brachte dem Land zwar Stabilität. Während eines dreijährigen Ausnahmezustands wurde aber auch die Verfassung außer Kraft gesetzt. Zudem konnte die Justiz nicht mehr unabhängig arbeiten und die Medien unterlagen einer strengen Zensur. Die Fidschi-Inseln wurden deswegen aus dem Commonwealth und dem Pazifikforum ausgeschlossen.

Bainimarama versicherte am Mittwoch, er werde das Ergebnis der Wahl in jedem Fall akzeptieren. Er rechne aber ohnehin fest mit einem Sieg. "Ich werde nicht verlieren", betonte der 60-Jährige. Das offizielle Ergebnis soll nach Angaben der Wahlkommission in einer Woche bekannt gegeben werden. (APA, 17.9.2014)

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