RB Leipzig und die Welle der Antipathie

17. September 2014, 18:24
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Bei Union Berlin planen Fans eine große Protestaktion für das Spiel gegen den Aufsteiger

Berlin - Mit einer in ihrem Umfang bislang einmaligen Aktion wollen die Anhänger des Fußball-Zweitligisten Union Berlin am Sonntag gegen das "Kunstprodukt" RB Leipzig protestieren. 20.000 Einweg-Regenjacken sollen von den Zuschauern dazu benutzt werden, um das ausverkaufte Stadion An der Alten Försterei komplett in Schwarz zu tauchen. Außerdem sollen für die "Anti-RB-Aktion" im Rahmen des ersten Aufeinandertreffens der beiden Klubs auch eindeutige Spruchbänder vorbereitet werden. Zusätzlich sollen die Union-Fans zehn Minuten schweigen, ehe sie mit den Fangesängen beginnen. Das alles nur, um gegen den von Dietrich Mateschitz finanzierten Klub aufmerksam zu machen. Angeblich würde er die Fankultur zerstören.

Wirklich neu ist das nicht. Erst Anfang August hatten sich mehrere Fanklubs mit der bundesweiten Kampagne "Nein zu Red Bull!" verbündet und machen seitdem kräftig Stimmung gegen den Zweitliga-Aufsteiger mit den scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. Bei den Leipzigern, die als Tabellenzweiter mit elf Punkten aus fünf Spielen glänzend gestartet sind, löst die Welle der Antipathie lediglich Schulterzucken aus. "Das muss man nicht verstehen", sagte Sportdirektor Ralf Rangnick.

Bereits 2011 stornierten die Berliner einen Test gegen RB. "Nicht alles, was sportlich sinnvoll erscheint, passt zu Union", sagte Präsident Dirk Zingler damals. Zuletzt hatte es in München vor dem Spiel bei 1860 einen Protestmarsch unter dem Motto "Alle gegen Kommerz!" gegeben, andere Fanklubs boykottieren die Auswärtsspiele in Leipzig. (red, sid, DER STANDARD, 18.9.2014)

  • Nicht überall beliebt. Rasenballsport Leipzig.
    foto: apa/dpa

    Nicht überall beliebt. Rasenballsport Leipzig.

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