Bundesheerreform: Land der Kaiser und Kasernen

Kommentar17. September 2014, 18:06
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Die Standorte für die Truppen sollten reduziert werden

Noch darf der neueste Sparkatalog für das Heer nicht publik werden. Denn die tiefen Einschnitte, die das Konvolut vorsieht, könnten der alten Koalition mit den neuen Gesichtern ihre erste Klausur vermasseln. Nicht zuletzt, weil dem Vernehmen nach die Schließung weiterer Kasernen ansteht - und das birgt großes Gefahrenpotenzial, das allergrößte vonseiten der Landeshauptleute.

Obwohl der Rechnungshof schon seit Jahren einmahnt, dass die rund achtzig militärischen Standorte für die Truppe hierzulande auf circa sechzig reduziert werden sollten, haben sich rote wie schwarze Landeskaiser lange erfolgreich dagegen gewehrt - weil möglichst viele Soldaten in einer Region ja auch den ansässigen Gemeinden und Betrieben zugutekommen. Dazu vergeht jetzt schon kein Tag, an dem nicht mindestens ein Landeshauptmann seine obskuren Wünsche an das schwer angeschlagene Bundesheer kundtut. Kostproben gefällig?

Via Krone machen sich der Niederösterreicher Erwin Pröll und der Burgenländer Hans Niessl dafür stark, dass das Militär wegen der vielen Flüchtlinge wieder an der Ostgrenze aufmarschiert. Der Oberösterreicher Josef Pühringer warnt zudem, dass die Zustimmung des Wahlvolks zur Wehrpflicht wanken wird, sollte das Militär bei Katastrophen auslassen. Fehlt nur noch, dass der Steirer Franz Voves auf seiner jährlichen Flugshow in Zeltweg besteht, obwohl den Luftstreitkräften schon der Treibstoff ausgeht. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 18.9.2014)

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