Islamistenanführer bei Kämpfen in Libyen getötet

17. September 2014, 17:58
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Bei Zusammenstößen verfeindeter Milizen - Konferenz in Madrid

Tripolis - Bei Zusammenstößen verfeindeter Milizen in Libyen ist am Mittwoch der Anführer einer islamistischen Rebellengruppe getötet worden. Mohammad al-Kilani sei in Warshifana nahe der Hauptstadt Tripolis von lokalen Kämpfern gefangen genommen und umgebracht worden, berichtete die libysche Nachrichtenseite Al-Wasat unter Berufung auf Militärkreise.

Zwei Parlamente

Zuvor habe Kilani eigene islamistische Milizen vor Ort in den Kampf geschickt. Der Islamist war Mitglied des eigenmächtig agierenden Parlaments in Tripolis. Dieses war im August durch ein neues im ostlibyschen Tobruk tagendes Parlament abgelöst worden, hatte jedoch seine Arbeit wieder aufgenommen. Das Tripolis-Parlament wird von Islamisten dominiert, die im Parlament in Tobruk in der Minderheit sind. Die rivalisierenden Parlamente haben jeweils eigene Regierungen gegründet.

"Verheerende Folgen" für ganze Welt

Libyens Außenminister Mohammed Abdelasis hat die internationale Gemeinschaft zu mehr Engagement bei der Suche nach einer Lösung für den Konflikt im nordafrikanischen Land aufgerufen. Der Terrorismus in seinem Land könne "verheerende Folgen für die ganze Welt" haben und müsse entschlossen bekämpft werden, sagte Abdelasis am Mittwoch in Madrid.

Bei einer von Spanien einberufenen "Konferenz über Stabilität und Entwicklung in Libyen" in der spanischen Hauptstadt nahmen Außenminister und hochrangige Vertreter aus 21 Ländern des europäischen Mittelmeerraums und Nordafrika sowie von internationalen Organisationen teil. Auch die Italienerin Federica Mogherini beteiligte sich als designierte EU-Außenbeauftragte an den Gesprächen über neue internationale Strategien zur Lösung des Konflikts.

Sein Land sei nicht in der Lage, der Gefahr allein zu begegnen, sagte der libysche Außenminister. Es sei an der Zeit, eine "globale Antwort zu finden". Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy stimmte Abdelasis in seiner Eröffnungsrede zu. Die internationale Gemeinschaft müsse Libyen "totale Unterstützung" gewähren. "Die Sicherheit Libyens ist unsere Sicherheit. Die Stabilität Libyens ist unsere Stabilität", fügte der konservative Politiker an. (APA, 17.9.2014)

  • Milizionäre bei Gefechten in Warshifana.
    foto: apa/epa

    Milizionäre bei Gefechten in Warshifana.

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