Spritpreise lassen Inflation leicht sinken

17. September 2014, 10:14
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Tanken und der Kleidungskauf wurden billiger, Wohnungsmieten dafür um einiges teurer

Wien - Der Teuerungsdruck hat im August etwas nachgelassen: Die Inflationsrate ist in Österreich von 1,8 auf 1,7 Prozent gesunken. Zu diesem leichten Rückgang im Jahresabstand trugen günstigere Bekleidungsartikel und niedrigere Spritpreise bei, erklärte die Statistik Austria am Mittwoch.

Hauptpreistreiber war weiterhin der Bereich "Wohnung, Wasser, Energie", denn ohne Ausgaben für Wohnen hätte die Inflationsrate nur 1,4 Prozent betragen. Wohnungsmieten wurden um 4,3 Prozent teurer.

Gegenüber Vormonat unverändert

Die Jahresteuerungsrate nach dem für die Eurozone errechneten heimischen HVPI verringerte sich im August auf 1,5 (1,7) Prozent. Der Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) lag um 1,8 (1,9) Prozent über Vorjahr.

Gegenüber dem Vormonat Juli blieb das heimische Preisniveau sowohl nach dem nationalen VPI, dem HVPI und auch dem PIPH unverändert.

Täglicher Einkauf teurer

Der typische tägliche Einkauf, der überwiegend Nahrungsmittel enthält, verteuerte sich in Österreich im August im Jahresabstand um 2,4 Prozent - im Juli waren es noch 3,3 Prozent gewesen. Der klassische wöchentliche Einkauf, der auch Dienstleistungen und Treibstoffe umfasst, verteuerte sich im Zwölfmonatsvergleich um 0,9 (1,2) Prozent.

Dass sich der Tageseinkauf mit 2,4 Prozent stärker verteuerte als alle Nahrungsmittel zusammen (+1,9 Prozent) lag laut Statistik Austria daran, dass der sogenannte Mikrowarenkorb auch einige Nicht-Nahrungsmittel mit etwas stärkeren Preisanstiegen enthält wie Tageszeitungen (+4,8 Prozent), "belegtes Gebäck im Außerhauskonsum" (+2,8 Prozent) und "Melange im Kaffeehaus" (+2,1 Prozent).

Teurerer Käse

Hauptgrund für die Verteuerung der Gruppe "Wohnung, Wasser, Energie" um im Schnitt 1,6 Prozent waren primär die um 4,3 Prozent höheren Wohnungsmieten, während die Instandhaltung von Wohnungen 1,9 Prozent teurer war. Haushaltsenergie verbilligte sich im Schnitt um 0,1 Prozent (Heizöl -3,9 Prozent, Gas -0,5 Prozent, Fernwärme +1,5 Prozent, Strom +0,2 Prozent, feste Brennstoffe +3,8 Prozent). In Summe trug "Wohnung, Wasser, Energie" mit 0,31 Prozentpunkten zur August-Jahresinflation von 1,7 Prozent bei.

Bei "Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken" (im Schnitt +1,9 Prozent) verteuerten sich Nahrungsmittel insgesamt um 1,9 Prozent. Dabei kamen allerdings Milch, Käse und Eier um 4,8 Prozent teurer als ein Jahr davor, Brot und Getreideerzeugnisse kosteten um 2,2 und Fleisch um 1,3 Prozent mehr. Gemüse war mit +0,5 Prozent fast preisstabil, Obst verbilligte sich um 1,7 Prozent. Die Preise für alkoholfreie Getränke stiegen im Schnitt um 2,2 Prozent.

Teurere Hotels

"Restaurants und Hotels" kamen 3,9 Prozent teurer. Dabei kosteten Bewirtungsdienstleistungen 2,9 Prozent mehr und Beherbergungsdienstleistungen um 3,0 Prozent mehr.

In der Ausgabengruppe "Verkehr", die sich nur um 0,6 Prozent verteuerte, wirkte auch im August noch die im März erfolgte Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer - im rechnerischen Ausmaß von 12,9 Prozent im Jahresabstand - weiterhin als Preistreiber. Für Instandhaltungen und Reparaturen privater Verkehrsmittel musste im Schnitt um 3,1 Prozent mehr hingeblättert werden. (APA, 17.9.2014)

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