Netflix will in jeden dritten Haushalt 

16. September 2014, 17:25
9 Postings

Gründer Reed Hastings präsentiert Video-Aboplattform Mittwoch in Wien

Wien - Dienstag Berlin, Mittwoch in Wien, dann geht es in die Schweiz: Reed Hastings, Gründer und Chef der US-Video-Aboplattform tourt gerade durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, um sein neues Angebot für den deutschsprachigen Raum vorzustellen. Im Motto am Donaukanal präsentiert Hastings einen Onlinedienst, der die gewohnten TV-Kanäle aufmischen will.

In fünf bis sieben Jahren will Hastings Kunden in jedem dritten deutschen Haushalt haben. Monatsabos gibt es ab 7,99 Euro; 11,99 kosten vier Anschlüsse in Ultra HD.

Netflix bietet einen Videostreaming-Dienst an, bei dem Filme und Serien für eine monatliche Abogebühr direkt aus dem Internet abgespielt werden. In den USA ist Netflix der Platzhirsch in diesem Geschäft. In Deutschland trifft die kalifornische Firma auf mehrere etablierte Rivalen. Der Anbieter Maxdome aus dem TV-Konzern ProSiebenSat.1 gilt als die Nummer eins mit rund 35 Prozent Marktanteil im vergangenen Jahr. Abosender Sky senkte gerade den Abopreis für Snap radikal. Amazon ist in Deutschland in dem Markt aktiv. Der ORF kaufte Flimmit und überlegt, mit deutschsprachigem und europäischem Programm etwa nach Deutschland zu expandieren.

Exklusive Inhalte

"House of Cards", die vielfach ausgezeichnete erste große Eigenproduktion von Netflix mit Kevin Spacey als Frank Underwood, hat sich Sky gesichert. Nur die ersten beiden Staffeln sind bei Netflix zum Start im Angebot. Dafür aber die ebenfalls ausgezeichnete US-Serie Orange is the New Black über das Schicksal einer New Yorker Managerin in einem US-Frauengefängnis. Außerdem zeigt Netflix hierzulande erstmals Serien wie "Fargo" und "Sons of Anarchy". "Wir haben uns bemüht, so viel wie möglich exklusive Inhalte für Deutschland zu bekommen", sagte Hastings. Die Überschneidung mit dem österreichischen Angebot dürfte groß sein,

Netflix hat zum Start auch viele Serien und Filme im Programm, die es auch bei anderen Anbietern zu sehen gibt. Die Kinofilme sind zudem wie bei der Konkurrenz zumeist mehrere Jahre alt. Es sei eine Frage des Geldes, die Rechte für frischere Inhalte zu erwerben, sagte Hastings. Mit mehr Kunden könne Netflix auch mehr dafür bieten. Außerdem erweitere Netflix das Programm gezielt auf Basis der Datenauswertung: "Wir lernen daraus, was die Menschen gerne sehen und fügen dann entsprechend Inhalte hinzu." In einigen Jahren könne Netflix auch eigene Serien in Deutschland drehen. (red/APA, DER STANDARD, 17.9.2014)

Share if you care.