Jihadl im Einserkastl

Einserkastl16. September 2014, 17:11
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Über den Apostroph

Um in der dem Einserkastl in der letzten Zeit zugewachsenen Tradition zu bleiben, sei ein Konnex hergestellt, der, sagen wir einmal, nicht zwingend ist. Und ja, ist eh nicht lustig das Ganze, aber dennoch erklären wir hier heute den Jihadl. Gegen den Jihad'l. Im Einserkast'l. Jeder weiß, worum es geht.

Das leidige Thema Apostroph wurde ja hier schon früher mit - wie sich jetzt herausstellt - völlig harmlosen Beispielen aufgegriffen: Wer sollte heute noch etwas gegen das am Häus'l, pardon am Platz'l, verzehrte Schnitz'l haben? Der falschen Apostrophierung von Artikeln standen wir immer schon mit großer Nachsicht gegenüber, auf's ist mindestens so logisch wie aufs. Und dem sich aus dem Englischen einschleichenden Genitiv-s sprechen wir hundert Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs jede Heimtücke ab. Willkommen, du Segnung Albion's! Sic! Obwohl es der - für den Buchstaben, der ja nichts angestellt hat, irgendwie kränkenden - Isolierungstendenz des s Tür und Tor geöffnet hat. Unlängst gesichtet: Frische's Wild. Die Rache ist, dass auch das englische Plural-s nicht verschont bleibt: Leckere Snack's.

Neu ist hingegen O'mas. Oder hat sich da jemand etwas dabei gedacht? "Merry O'mas!"? Aber auf dem zweiseitigen Schild, auf dem der Zwetschkenkuchen angepriesen war, stand hinten Oma's, was wiederum auf eine gewisse Verunsicherung schließen lässt. Womit wir wieder beim Jihadl wären. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 17.9.2014)

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