Erzberg wird internationales Tunnel-Forschungszentrum 

16. September 2014, 14:27
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Bund, Land und Montanuniversität Leoben einigten sich auf Finanzierung des 30 Mio.-Euro-Projektes

Leoben/Graz - Der Erzberg, der "eiserne Brotlaib" der Steiermark, soll künftig ein international herausragendes Zentrum für Tunnelforschung unter der Leitung der Montanuniversität Leoben beherbergen. Seit 2009 wurde geplant und um die Finanzierung der rund 30 Mio. Euro für das "Zentrum am Berg" (ZaB) gerungen. Nun haben sich Bund, Land und Montanuniversität Leoben auf eine gemeinsame Finanzierung geeinigt.

Mit 30 Mio. Euro wurde am Dienstag vonseiten des Wissenschaftsministeriums die Gesamtinvestition für das Forschungszentrum beziffert, in dem Tunnelforschung betrieben, u.a. Raucherkennungs- und Löschsysteme, Brandmeldeanlagen sowie Baustoffe erprobt und verbessert werden und Trainingsmöglichkeiten für Sicherheitskräfte geboten werden soll. Nach langen Diskussionen haben sich die Finanzierungspartner geeinigt, dass Land und Bund jeweils 12 Mio. Euro und die Montanuniversität Leoben weitere sechs Mio. Euro beisteuern.

Mit den großen Brandereignissen im Mont Blanc- und Tauerntunnel (1999 und 2001) wurde deutlich, dass noch intensive Anstrengungen zur Beherrschung und Vermeidung solcher Katastrophen und verstärkte Forschung zum Thema Tunnelsicherheit notwendig sind. Als wesentlicher Grundsatz wurde unter den Experten dabei immer wieder die Notwendigkeit von Übungen und Versuchen für möglichst realitätsnahe Verhältnisse bei Ereignissen in Tunnels genannt. Das unterirdische "Zentrum am Berg" (ZaB) soll in mehreren stillgelegten Erzstollen untergebracht werden und sich vor allem Fragen des Tunnelbau, -betrieb, -sicherheit widmen, sowie Forschung in den Bereichen Geotechnik, Rohstoffgewinnung ermöglichen. Bereits im Frühjahr 2015 soll es laut Auskunft der Montanuniversität Leoben den Spatenstich geben. Initiiert wurde das Projekt von Robert Galler vom Institut für Subsurface Engineering an der Montanuni Leoben.

Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

Das Zentrum werde als "Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fungieren, "weil hier sowohl Grundlagen- als auch gezielte Auftragsforschung von Unternehmen" durchgeführt werden soll, wie Vizekanzler und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) am Dienstag sagte. Das Wissenschaftsministerium und Wirtschaftsministerium teilen sich den Bundesanteil von insgesamt 12 Mio. Euro. Technologieminister Alois Stöger (SPÖ) stellte durch das künftige ZaB Erkenntnisse zu neuen Tunnebau-Methoden oder zur Verwendung neuer Materialien, wie zu klassischen Themen wie Sicherheit und Umweltverträglichkeit und "eine maßgebliche internationale Bedeutung" in Aussicht.

Das Land Steiermark beteiligt sich mit weiteren 12 Mio. Euro. Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) sprach von einem "wichtigen regionalpolitischen Impuls für den heimischen Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort, insbesondere für die Region rund um den steirischen Erzberg". (APA, 16.09.2014)

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